Hier wollen Kinder den Kindern etwas Gutes tun

Kultur / 21.12.2012 • 21:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zauberhaft, klug und berührend: „Sterntaler“ als Schattentheater im Schulheim Mäder. Foto: Buchwald
Zauberhaft, klug und berührend: „Sterntaler“ als Schattentheater im Schulheim Mäder. Foto: Buchwald

Mäder. (VN-cd) Die ­Umrisse der Figuren sind gut zu erkennen, die ganze Szenerie hat aber etwas Verwunschenes, Geheimnisvolles. Schwarz-Weiß-Elemente werden mit farbigen kombiniert und vermitteln einen speziellen Zauber.

Im Schulheim Mäder muss ein besonderer Geist walten. Kinder und Jugendliche, die mit einer Behinderung leben lernen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, andere Kinder zu beschenken – mit einer Theateraufführung. Das Märchen „Die Sterntaler“ erzählt eine Geschichte, die die Absicht verdoppelt. Ein kleines, alleingelassenes Mädchen, das selbst neben einem Stück Brot gerade noch das besitzt, was sie am Leib trägt, gibt dieses Wenige an Menschen weiter, die ihr noch Bedürftiger erscheinen. Die Freigiebigkeit wird schließlich belohnt. Mit dem legendären Sterntaler-Segen.

Dass es im richtigen Leben nicht wirklich so laufen kann, das wissen, wie Pädagogen bestätigen, schon die Schulkinder. Die Taler stehen für das gute Gefühl des Schenkenden, für die Kraft, die er aus seinem Handeln bezieht und auch für den Lohn, der sich einstellen mag. Berührt hat die Theatergruppe des Schulheims Mäder bei der vor wenigen Tagen stattgefundenen Aufführung des Märchens wohl alle.

Weitere große Vorhaben

Zwischen zehn und fünfzehn Jahre sind die Kinder und Jugendlichen alt, die Uli Streatfeild in ihrer Theatergruppe betreut. Sie hat sich bewusst für das Schattentheater als Umsetzungsart des Märchens entschieden. „Weil die Behinderung dann nicht im Vordergrund steht“, meint sie. „Es geht um die Leistung des Kindes und nicht um das, was ein behindertes Kind zu leisten imstande ist.“ Gestik und Mimik ließen sich gut einstudieren, so Streatfield und auch ein Kind, das sich nicht gut artikulieren kann, hat die Möglichkeit, hier mitzuspielen.

Das Theaterspiel gehört im Schulheim Mäder, in dem rund 70 Kinder betreut und ausgebildet werden, schon seit einiger Zeit zum Programm. In diesem Jahr hat man sich besonders intensiv dem Thema Märchen gewidmet. Im nächsten Jahr soll ein ganz besonderes Märchen hinzukommen. Man hat nämlich vor, Mozarts „Zauberflöte“ in einer gekürzten, einfachen Fassung als Schattenspiel umzusetzen. Ein großes Unterfangen. Der Sieg des Guten soll Motto bleiben. ##Christa Dietrich-Rudas##