Kleine Renaissance der Sommerschau

Kultur / 21.12.2012 • 22:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arbeit aus der Insektenserie des Vorarlberger Malers Hubert Berchtold. Foto: VN
Arbeit aus der Insektenserie des Vorarlberger Malers Hubert Berchtold. Foto: VN

Stadt präsentiert im Palais Thurn und Taxis den Maler Hubert Berchtold (1922–1983).

Christa Dietrich

Bregenz. Dass die Reduzierung des Angebotes an bildender Kunst während der Sommermonate in der Landeshauptstadt einige Jahre lang so weit ging, dass auch das Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis geschlossen blieb, war vielen ein Dorn im Auge. Fanden dort doch große, und zum Teil auch legendär gewordene Sommerausstellungen statt.

Mit dem knappen Bregenzer Budget wurde die Abstinenz begründet, die in diesem Sommer mit der Schau „z’Breagaz“ dann ein Ende fand, die immerhin rund 4000 Besucher anzog. Arbeiten von Künstlern aus dem Bregenzerwald (von damals bis heute) hatte Kurator Thomas Schiretz zusammengetragen. Er wird, wie durchgedrungen ist, auch im kommenden Sommer aktiv werden.

Noch nie gezeigte Arbeiten

Nicht für eine Themenausstellung oder für ein Projekt von großem, internationalen Ausmaß, sondern um das Schaffen des bekannten Vorarlberger Malers Hubert Berchtold (1922–1983) aufzurollen. Heuer, zur Wiederkehr des 90. Geburtstags, ging sich eine Ausstellung offenbar nicht aus, das Jahr 2013 bietet Gelegenheit, ein Projekt im Hinblick auf den 30. Todestag zu realisieren. Berchtold ist vor allem mit von Reisen nach Spanien beeinflusster Landschaftsmalerei bekannt geworden, zu seinem Œuvre gehören aber auch aufschlussreiche Zeichnungen und Arbeiten zum Thema Tod. Zu den größten Aufträgen zählt die Ausmalung des Festsaales im Vorarlberger Landhaus.

Laut Schiretz besteht die Absicht, mehrere bislang im Privatbesitz verbliebene Arbeiten erstmals öffentlich zu zeigen. Von der Möglichkeit, den Vorarlberger im Vergleich mit Zeitgenossen zu präsentieren, will man aber Abstand nehmen.

Für 15.000 Euro

Mit 15.000 Euro will die Stadt Bregenz das Unternehmen, das Bürgermeister Markus Linhart zu seinen besonderen Anliegen zählt, neben der Arbeitsleistung des Kurators bezuschussen, eine ähnlich hohe Summe soll von privaten Sponsoren kommen.

Das Land Vorarlberg finanziert die Ausstellungen im Künstlerhaus in Bausch und Bogen mit. Von Oktober bis Juni bespielt die Berufsvereinigung Bildender Künstler das Haus, das der Stadt gehört und erhält dafür auch eine Subvention vonseiten des Landes. Die Sommerausstellungen in der Landeshauptstadt werden vom Land, so Werner Grabher, Leiter der Kulturabteilung, „geringfügig“ unterstützt. Als es noch das wunderbare Projekt „Kunst in der Stadt“ mit Arbeiten im öffentlichen Raum gab, hatte man Anlass, etwas mehr beizusteuern, inzwischen versteht sich der Landesbeitrag auch als Subvention für die von Wolfgang Fetz kuratierten Projekte im Magazin 4, wo im Moment als Highlight unter dem Titel „Movement“ Arbeiten von David Reed zu sehen sind.

Zu großen Sommerausstellungen bekennt sich die Stadt Bregenz, in der das Land Vorarlberg immerhin das Kunsthaus und bald auch wieder ein Landesmuseum unterhält, noch nicht, eine kleine Renaissance zeichnet sich aber immerhin ab.

Die Berufsvereinigung wird 2013 im Künstlerhaus übrigens Vorarlberger wie Lorenz Helfer, Jeannette Frei oder Manfred Egender präsentieren. Internationaler ist man in der Schau „distracting surface“ im Spätherbst mit Matt Mullican oder Olafur Eliasson unterwegs. ##Christa Dietrich-Rudas##

Wir werden Arbeiten von Hubert Berchtold zeigen, die bislang noch nie öffentlich zu sehen waren.

Kurator Thomas Schiretz