Begegnung der besonderen Art

Kultur / 23.12.2012 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Jungmusik Altenstadt lud zum besonderen Weihnachtskonzert. Foto: JU
Die Jungmusik Altenstadt lud zum besonderen Weihnachtskonzert. Foto: JU

Die Jungmusik Altenstadt bat ihre Vorbilder von „Sonus Brass“ zum Konzert.

Feldkirch. Was geschieht, wenn eine Jugendkapelle ihre Vorbilder zu einem gemeinsamen Konzert einlädt? Nein, die Jungen werden nicht von den Stars an die Wand gespielt. Es ergibt sich vielmehr eine spannende Begegnung der besonderen Art, jeder in seiner Spielklasse, aber auf Augenhöhe. So geschehen am Samstag in der Pfarrkirche Levis beim traditionell „besonderen“ Weihnachtskonzert der Jungmusik Altenstadt mit ihren Gästen vom „Sonus Brass“-Ensemble.

Die Anfänge dieser Verbindung reichen zurück in jene Zeit, da der Dirigent der Jungmusik, Markus Lins (36), noch von Trompeten-Guru Stefan Dünser, heute Kopf von „Sonus Brass“, unterrichtet wurde. Seit 2005 hat Lins mit Feingefühl selber seine Jugendkapelle von mittlerweile 38 Musikern zwischen 9 und 16 Jahren so sehr auf Vordermann gebracht, dass sie nach Preisen heute zur Spitzengruppe in diesem Bereich zählt. Alle zeigen stolz und selbstbewusst, ohne spürbare Nervosität, was ihnen der Markus da für diesen Anlass beigebracht hat. Das sind fein ausgewählte, melodiöse Original-Blasmusik-Arrangements, die gut klingen, die jungen Leute aber niemals überfordern. Und auf einem beachtlichen Spielniveau mit sauberer Intonation, Rhythmusgefühl und einer mitreißenden Portion an Begeisterung dargeboten werden.

Höchste Bläserkunst

Danach gehen die Fünf von „Sonus Brass“ in Stellung: Stefan Dünser und Attila Krako, Trompeten, Andreas Schuchter, Horn, Wolfgang Bilgeri, Posaune, und Harald Schele, Tuba. Spielen sich 25 Minuten ganz ohne Notenpulte stilsicher durch die europäische Musikgeschichte, von Barockem wie Händel und Telemann über ein adaptiertes Debussy-Klavier­prélude bis zu Jazzigem von Peter Madsen. Mit solcher Leichtigkeit und Lockerheit, als ob Bläsermusik von solch kaum erträumbarer Qualität das Einfachste der Welt wäre, dabei geistig, emotional und mit Augenkontakten eng untereinander verbunden.

Die Verbrüderung beider Ensembles geschieht dann mit Weihnachtsliedern, zu denen sich die „Sonus Brass“-Leute wie selbstverständlich in die Reihen der Jungmusiker setzen und mit ihnen zu einer wunderbaren klanglichen Einheit verschmelzen. Bleibt noch zu erwähnen, dass alle Mitwirkenden zugunsten von „Netz für Kinder“ ohne Honorar auftreten, dass Präsidentin Ilga Sausgruber diese Aktion sympathisch vorstellt und Moderator Markus Wolfahrt in seinen Gedanken zu Weihnachten erfreulicherweise ohne süßlichen Beigeschmack auskommt.