„Dudla mit Rudla“: Eine Legende der Blasmusik

Kultur / 13.01.2013 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Komponist Rudi Hofer. Foto: JU
Komponist Rudi Hofer. Foto: JU

Der verstorbene Komponist Rudi Hofer hinterlässt ein reiches Lebenswerk.

Lustenau. (VN-ju) Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am Freitag der Dirigent und Komponist Rudi Hofer im 90. Lebensjahr verstorben. Als Redakteur für Volks- und Blasmusik bei Radio Vorarlberg wurde er zu einer Integrationsfigur für diesen Bereich. Der Blasmusik widmete sich Hofer auch als Komponist von 80 teils symphonischen Stücken. Geboren wurde Rudi Hofer 1923 in Lustenau. Er fühlte sich von klein auf der Blasmusik verbunden, erhielt Unterricht an der Rheintalischen Musikschule und gründete dort 1947 die erste Jugendblaskapelle des Landes. Zahlreiche Vereine in Vorarlberg und der benachbarten Schweiz folgten, denen Hofer als Dirigent sein Können vermittelte. Besonders verbunden war er dem Musikverein Lustenau. Nach dem Besuch der HTL wirkte er als Fahrzeugprüfer, bis er 1966 mit der Position im ORF Vorarlberg seinen Traumberuf fand. 17 Jahre lang entfaltete er enorme Aktivitäten für die Belebung der Volkslied-, Volksmusik- und Blasmusikszene im Land. Und der Ausspruch „Dudla mit Rudla“ unter Musikern wurde bald zum Synonym für Hofers Umtriebigkeit. Besonders stolz war er darauf, dass am Ende seiner Ära alle damals 120 Blaskapellen des Landes in Aufnahmen und damit in Radiosendungen vertreten waren. Hofer war auch Träger des Bundes-Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst und erhielt Auszeichnungen vom Volksliedwerk, dem Blasmusikverband und der Gemeinde Lustenau. Ruhe gönnte sich Rudi Hofer auch in seiner Pension keine. Er entdeckte mit der Kantate und dem Oratorium für Soli, gemischten Chor und großes Orchester neue kompositorische Betätigungsfelder, denen er in tief religiöser Verbundenheit Bilder aus dem Neuen Testament der Bibel zugrunde legte: „Das Weihnachtswunder“, „Ich will dich rühmen, Herr“, „Szenen aus dem Leiden Christi“ und, quasi als Vermächtnis und Krönung, 2010 seine „Erlösermesse“.

„Ich bin kein Neutöner, das würde nicht zu meinem Geburtsjahr passen“, gab Rudi Hofer vor drei Jahren über seine Kompositionsweise in einem VN-Porträt zu Protokoll. So blieb er stilistisch im erweiterten spätromantischen Bereich verhaftet, formal liebte er Fugen, mit denen er es Sängern und Musikern nicht leicht machte. Im damaligen Lustenauer Musikschuldirektor Karl Matheisl und seinem „Collegium Vocale“ fand er Interpreten für Uraufführungen.

Rudi Hofer war zweimal verwitwet, hinterlässt vier Kinder, zehn Enkel, zwölf Urenkel und eine Ururenkelin.

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