Zuerst sollen die Gagen steigen

Kultur / 23.01.2013 • 22:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die letzte Konzertserie des SOV leitete Chefdirigent Gérard Korsten. Alex Ladstätter und Heidrun Wirth-Metzler traten als Solisten auf. Foto: JU
Die letzte Konzertserie des SOV leitete Chefdirigent Gérard Korsten. Alex Ladstätter und Heidrun Wirth-Metzler traten als Solisten auf. Foto: JU

Land Vorarlberg ist bezüglich Symphonieorchester gesprächsbereit. Allerdings mit Einschränkungen.

Bregenz. (VN-cd) Man habe bereits im letzten Jahr Verhandlungen geführt und die jeweiligen Vorstellungen ausgetauscht, nun will sie aber sehen, inwieweit sich die bisher erfolgte Anhebung der Subvention bereits auf die Gagen der Musiker niederschlägt, kommentierte Landesrätin Andrea Kaufmann die jüngste Meldung, dass das Symphonieorchester Vorarlberg zur Sicherung des Fortbestands einen höheren Geldbedarf hat. Präsident Eduard Konzett bezifferte den Mehrbedarf im Gespräch mit den VN, wie gestern berichtet, mit insgesamt 300.000 Euro.

Ein Thema wurde die Finanzierung des Orchesters, als man vor rund einem Jahr mit der Meldung an die Öffentlichkeit ging, dass man die Musiker nicht mehr branchengerecht bezahlen könne. Angesichts der Gründung eines offenbar gut dotierten Orchesters in Liechtenstein hatte sich eine zusätzliche Konkurrenzsituation ergeben, die Abwanderung der besten Kräfte wurde in einem stärkeren Maß als bisher befürchtet.

Erhöhung und Umschichtung

Diese für sie absolut nachvollziehbare Sorge kommentierte die Landesrätin gegenüber den VN mit der Tatsache, dass die Subvention zuletzt nicht nur von 405.000 auf 430.000 Euro angehoben wurde, sondern dass auch die Kosten für den Chor der Opernpoduktion dem Landestheater zugeschrieben werden. Mit dieser Umschichtung gewinne das Orchester, so Kaufmann, weitere 40.000 Euro. „Wir haben damit gezeigt, dass wir die Arbeit der Musiker schätzen.“

Allerdings, führt die Landesrätin an, hätte man schon vor einigen Jahren den höheren Förderbedarf mit den Gagen begründet, die dann aber offenbar nicht erhöht worden seien. Kaufmann: „Bei den nächsten Gesprächen möchten wir exakt klären, wo und wofür das zusätzliche Geld verwendet wurde.“

Dass heiße aber auch, dass man weiterhin gesprächsbereit sei und den Fortbestand des Orchesters im Auge habe.

Kleine Verzögerung

Winfried Nussbaummüller, der neue Leiter im Amt der Kulturabteilung der Landesregierung, der bereits in die früheren Verhandlungen eingebunden war, hielt gegenüber den VN fest, dass nach dem nun vermeldeten Abgang des langjährigen Geschäftsführers Michael Löbl die Bestellung eines Nachfolgers bzw. einer Nachfolgerin abzuwarten sei. Weitere Gespräche seien somit erst ab dem Sommer möglich. Grundsätzlich wären auch Subventionszusagen über mehrere Jahre denkbar, die die Programmplanung erleichtern.

Dass das Orchester etwa mit dem Landeskonservatorium kooperiert, Jugendprojekte realisiert sowie andere Schwerpunktsetzungen seien für ihn – auch wenn man sich in die Spielplangestaltung nicht einzumischen habe – durchaus Gesprächsthemen, die bei den nächsten Verhandlungen mit dem Förderungsnehmer auf den Tisch kommen. ##Christa Dietrich-Rudas##

Die Erhöhung der Subvention hätte sich längst in den Künstlergagen widerspiegeln müssen.

LR Andrea Kaufmann

Der nächste Einsatz des SOV erfolgt in Kooperation mit dem Landestheater. Die Premiere der Opernproduktion „La Traviata“ findet am 13. Februar im Bregenzer Kornmarkttheater statt.