Den Allgäu-Pionier porträtiert

Kultur / 25.01.2013 • 19:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Leo Hiemer erklärt, warum das Allgäu zum Käseland wurde und warum der Tourismus floriert.

Sachbuch. (VN-hv) Eine „Fahrt ins Blaue“ machen, heute ein geflügeltes Wort, bedeutete früher, zur Zeit der Flachsblüte ins Allgäu zu fahren.

Doch mit dem Aufkommen der Baumwollindustrie rentierte sich der Flachsanbau immer weniger. Carl Hirnbein (1807–1871) hatte die entscheidende Idee und setzte auf intensive Milchwirtschaft. Andere zogen nach, und so wurde aus dem romantisierten blauen das grüne Allgäu.

Faszinierendes Werk

Der Allgäuer Bauernsohn, studierte Historiker und Germanist Leo Hiemer, bekannt als Filmemacher („Daheim sterben d’ Leut“, „Leni . . . muss fort“), hat für den Bayerischen Rundfunk einen Dokumentarfilm über den „Notwender“ und „Alpkönig“ – so nennt Peter Dörfler den Käsefabrikanten und Käsehändler Carl Hirnbein in seiner Allgäu-Trilogie – gedreht und jetzt anhand seiner umfangreichen Recherchen eine neue Biografie veröffentlicht.

Es ist das Buch eines Historikers und Filmemachers, ein faszinierendes Werk. Es zeigt Hirnbein als den, der maßgeblich beteiligt war, dass das Allgäu neben der Schweiz und Holland zum Käseland wurde, als den, der auf dem Grünten ein Berghotel baute und den Tourismus im Allgäu anstieß, und es zeigt den Politiker, der als liberaler Abgeordneter für die Weiterentwicklung verantwortlich war.

Reich bebildert

Darauf hat Hiemer einen besonderen Akzent gelegt. Die 136-seitige Biografie im DIN- A4-Format ist reich bebildert und macht Appetit auf einen Besuch im nördlichen Nachbarland.

Leo Hiemer: „Carl Hirnbein – Der Allgäu-Pionier“, Edition Allgäu
im Verlag Hephaistos,
www.edition-allgaeu.de