Starke Festival-Idee geht auf

Kultur / 27.01.2013 • 21:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gruppenbild junger Cello-Stars mit Professor Valter Despalj: Im Vorjahr waren die Konzerte des Festivals stets ausverkauft. Foto: Domjanic
Gruppenbild junger Cello-Stars mit Professor Valter Despalj: Im Vorjahr waren die Konzerte des Festivals stets ausverkauft. Foto: Domjanic

Wer bei Next Generation antritt, der zählt wirklich zum Spitzennachwuchs.

Christa Dietrich

Bad Ragaz. Die Konzerte sind stets ausverkauft und nicht nur das spricht für den Erfolg, wer seinen Auftritt beim Festival Next Generation in seinen Lebenslauf schreiben kann, dem öffnen sich gleich noch ein paar Türen mehr. Kian Soltani, der Cellist aus Vorarlberg, den man im Vorjahr in Höchstform erleben durfte, hat ebenso davon profitieren können wie der Pianist Aaron Pilsan, der neben dem Cellisten Payam Taghadossi heuer wieder zur Abordnung aus Vorarlberg zählt. Obwohl die exklusive Veranstaltung mit rund dreißig europäischen Nachwuchskünstlern im Februar erst zum dritten Mal stattfindet, steht fest, dass die Festivalidee aufgegangen ist. Das liegt einerseits an der Konsequenz, mit der Drazen Domjanic die Reihe programmiert. Alle jungen Künstler, von der holländischen Geigerin Noa Wildschut (geboren 2001) bis zu Paul Kropfitsch (geb. 2000) aus Österreich, waren mindestens einmal erste Preisträger bei einem internationalen Wettbewerb und sind in der Lage solistisch wie auch in verschieden großen Gruppierungen hohes Niveau aufzubieten. Wer etwa alle Auftritte von Soltani verfolgte – und dazu zählen viele –, der hat ihn als Solist und mit einem Orchester erlebt und wird heuer seine Ensemble-Fähigkeit überprüfen bzw. goutieren können.

Von Vivaldi zu den Beatles

Kammermusik ist ein Schwerpunkt des diesjährigen Angebots, das aufgrund des enormen Publikumsinteresses ausgeweitet, aber nicht ausgedünnt wurde. Der erklärten Absicht, die jungen Meister in eher kleinerem Rahmen mit engem Kontakt zum Publikum auftreten zu lassen, ist man treu geblieben. Der größte Saal im Grand Resort Bad Ragaz fasst dreihundert Personen, der kleinste etwa vierzig. Um den Kartenwünschen einigermaßen gerecht werden zu können, werden einige der Konzerte jeweils wiederholt.

Nur einen kleinen, feinen Zirkel von Klassik-Fans zu bedienen, lässt sich Domjanic im Übrigen nicht nachsagen, im Rahmen eines Familienkonzertes ist Vivaldi und den Beatles allerdings nicht als Verbeugung vor dem Geschmack eines breiteren Publikumsschicht zu begegnen, sondern aufgrund der Tatsache, dass sich in den Kompositionen des barocken Venezianers und der britischen Pilzköpfe durchaus ergänzende Elemente herauslesen lassen.

Äußerst innovativ nimmt sich auch das Engagement des Gitarren-Nachwuchses aus und hinter dem Namen „Fancy Fiddlers“ verbirgt sich ein furioses Ensemble aus Holland, das neben den Zagreber Solisten und den Bläsern des Sinfonie­orchesters Liechtenstein die „nächste Generation“ der Stars unterstützt. ##Christa Dietrich-Rudas##

Alle Teilnehmer sind erste Preisträger internationaler Wettbewerbe.

Drazen Domjanic

Das Festival Next Generation findet vom 8. bis 13. Februar in Bad Ragaz statt