Tradition und Innovation

Kultur / 27.01.2013 • 21:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Faszinierend und wegweisend: Wanja Slavin (Saxophon), Petter Eldh (Bass) und Christian Lillinger (Schlagzeug). Fotos: VN/Dietrich
Faszinierend und wegweisend: Wanja Slavin (Saxophon), Petter Eldh (Bass) und Christian Lillinger (Schlagzeug). Fotos: VN/Dietrich

Das CIA unternahm eine gefährliche Gratwanderung.

Bregenz. (VN-cd) Sun Ra? Peter Madsen, gefeierter Jazz-Pianist, Arrangeur, Komponist und Orchesterleiter, hat die Lebensdaten des Free-Jazz-Gurus (1914–1993) zwar nicht stets intus, aber exklusives Notenmaterial, das die Basis für den finalen Abend der „CIA Invasion 2“ im Bregenzer Theater Kosmos bot. CIA, das weiß man, vereint als „Collective of Improvising Artists“ jene Künstler der Region, die es in Sachen Jazz zu Rang und Namen brachten. Am Donnerstag wurde mit „Gravity of Love“ eine dem entsprechende CD präsentiert, am Samstag gehörte der innovative Anteil des Abends eindeutig dem Slavin/ Eldh/ Lillinger-Trio aus Berlin, während das CIA trotz kluger und furios dargebotener Sun- Ra-Arrangements den eher traditionellen Part abdeckte. Die mitternächtliche Kommentierung historischer Erotik-Filme nützte sich als zwar virtuoses Zusammenspiel allerdings ebenso ab wie die Tatsache, dass derlei Filme schon um 1920 nur die stete Wiederholung der Reduzierung der Frauen auf zwei Körperöffnungen waren. ##Christa Dietrich-Rudas##

CIA im Sun-Ra-Outfit.
CIA im Sun-Ra-Outfit.