Multikulturell und vernetzt

Kultur / 07.02.2013 • 19:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Laufe des Jahres werden 32 Festivals, 26 zentrale Veranstaltungen und mehr als 200 „assoziierte Projekte“ in Kosice und der ganzen Ostslowakei über die Bühne gehen. Foto: EPA
Im Laufe des Jahres werden 32 Festivals, 26 zentrale Veranstaltungen und mehr als 200 „assoziierte Projekte“ in Kosice und der ganzen Ostslowakei über die Bühne gehen. Foto: EPA

Eindrucksvolles Programm in der Slowakei. 3000 Künstler sind in die Projekte rund um „Kosice 2013“ involviert.

Wien, Kosice. Auch wenn das Wort „Nachhaltigkeit“ bei der Präsentation der Kulturhauptstadt Kosice 2013 in Wien nur ein einziges Mal fiel: Das Programm der zweitgrößten Stadt der Slowakei, die den Titel Kulturhauptstadt heuer gemeinsam mit der französischen Küstenstadt Marseille trägt, zeigt eindrucksvoll, wie sehr an der künstlerischen Basis einer Stadt gearbeitet werden kann. Im Slowakischen Institut in Wien ist auch die Ausstellung „Kaschauer Jahre (Eugen Kron und seine Schule)“ zu sehen, die in die slowakische Moderne der bildenden Kunst einführt und Interesse für einen Besuch der Kulturhauptstadt wecken soll. 3000 Künstler sind in die Projekte rund um „Kosice 2013“ involviert, im Laufe des Jahres werden 32 Festivals, 26 zentrale Veranstaltungen und mehr als 200 „assoziierte Projekte“ in Kosice und der ganzen Ostslowakei über die Bühne gehen.

Tor nach Osteuropa

Zentral sind jedoch jene großen Investitionsprojekte, die eine Brücke zwischen der industriellen Vergangenheit der Stadt und der (sozio-)kulturellen Zukunft schlagen wollen. Kosice befinde sich „an einem entscheidenden Punkt“, wie Vladimir Beskid, künstlerischer Leiter der Kulturhauptstadt Kosice, ausführte. Die Transformation der Stadt zum „Tor nach Osteuropa“ sowie die Vernetzung innerhalb Europas sei das größte Ziel. Auch die lebensweltliche Diversität ist eines der Kernthemen der Kulturhauptstadt: Mit seinem „multikulturellen, multinationalen und multi­ethnischen Charakter“ sei Kosice für die Austragung der Kulturhauptstadt prädes­tiniert, so Martin Eichtinger, Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Außenministerium. Konkret sollen diese Ideen mit Projekten wie dem „Kulturpark“ – dem Umbau einer ehemaligen Kaserne zum „zentralen Angelpunkt für Künstler und die Bevölkerung“ – einem Austauschprogramm für Künstler, einer Kunsthalle in einem ehemaligen Schwimmbad oder dem SPOTS-Projekt realisiert werden. Auch die Kreativwirtschaft soll in Kosice gefördert werden: Jene 17.000 Studierenden, die sich in der Stadt aufhalten, sollen nach Ende des Studiums künftig vermehrt in Kosice bleiben. Mithilfe von Weiterbildungsprogrammen, der Unterbringung von kleinen Start-ups im Kulturpark sowie Vernetzung und Infrastruktur soll die Abwanderung Junger gestoppt werden. Doch auch die Zusammenarbeit mit Institutionen im Westen sowie jenseits der Schengengrenze soll Kosice stärker als kulturelle Drehscheibe etablieren.

Krems und Kosice

Und so bringt sich auch Österreich mit einigen Projekten in das Programm ein: Bereits gezeigt wurde die Installation „Tape“ des österreichisch-kroatischen Trios „numen/for use“ sowie eine Designausstellung der FH Joanneum Graz. Eine neue Partnerschaft wird mit der Unterzeichnung eines Artist-in-Residence-Austauschprogramms zwischen Krems und Kosice begründet. Im Rahmen der „Triennale zeitgenössischer Kunst“ wird im September und Oktober die Fotoausstellung „One Minute Sculptures“ von Erwin Wurm gezeigt. Die Zusammenarbeit Österreichs mit der Slowakei steht heuer auch unter dem Zeichen eines Jubiläums: „Wir feiern heuer das 20. Jubiläum der Entstehung der Slowakischen Republik“, so Juraj Machac, slowakischer Botschafter in Wien. „Wir feiern daher auch 20 Jahre der bilateralen Beziehungen mit Österreich.“