Klangfeuerwerk abgebrannt

Kultur / 20.03.2013 • 21:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Lothar Uth konnte zur Umsetzung seiner Ideen mit dem Musikverein Altenstadt auf einen flexiblen Klangkörper bauen. Foto: Hronek
Lothar Uth konnte zur Umsetzung seiner Ideen mit dem Musikverein Altenstadt auf einen flexiblen Klangkörper bauen. Foto: Hronek

Der Musikverein Alten­stadt zählt zu den leistungsstarken Blas-orchestern im Land.

Feldkirch. (amp) Beim Frühjahrskonzert im Saal des Landeskonservatoriums konnten sich die zahlreichen Besucher davon erneut überzeugen. Am Pult der Altenstädter steht mit Lothar Uth ein Meister der tradierten Dirigentenschule mit langjähriger Musiktheatererfahrung, ein selbstbewusster Maestro, der – ungewohnt bei einem Blasmusikkonzert – im schwarzen Nadelstreif vor Orchester und Publikum tritt. Dank der Leistungsstärke und der homogenen Registerausgewogenheit kann Uth seinen Musikern einiges zumuten. Und da zieht er gleich einmal alle Register und bekommt aus den Musikerreihen entsprechende Resonanz.

Dramatisches Empfinden

Mit Verdis „Nabucco“-Ouvertüre und Wagners Pilger-Chor aus dem „Tannhäuser“ huldigt Uth den beiden (1813 geborenen) Jahresregenten. Zum Auftakt fügt sich Paul Hubers brucknerlastiges „Präludium“ in die beiden Hauptwerke ein. Was Uth mit seinen Musikern bei Verdi und Wagner an musikalischen Raffinessen und Klangmustern, dramatischem Empfinden und Musiktheaterflair hervorzaubert, verblüfft. Da atmet man buchstäblich bei jeder Phrase mit und überhört die kleinen Intonationsschwankungen im Holz bei Verdi.

Klangopulenz

Der zweite Programmteil ist mit „Blue Hole“, einem Grönemeyer-, Tom-Jones- und Neil-Diamond-Potpourri und dem „Choral und Rock out“ der U-Musik gewidmet. Raffinierte Arrangements mit einem Schwierigkeitsgrad für Kunststufenorchester. Der Maestro liebt offensichtlich die Klangopulenz und lässt seinem Orchester freien Lauf, was dazu führt, dass die Akustik des ohnedies nicht sehr blasorchesterfreundlichen Saales beim Fortissimo „bröselt“ und die Äquivalenz zwischen Holz und Blech verlorengeht.

Vergeblich wartet man auf ein klassisches Pianissimo des ganzen Orchesters, um dem Ohr wieder Zugang zu den Harmonien zu verschaffen. Das Publikum zeigt sich dennoch begeistert und feierte den MV Altenstadt.