Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Noch etwas viel Amt im Museum

Kultur / 21.03.2013 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Bauzaun ist gefallen, das Gebäude des Vorarlberg Museum in Bregenz steht erwartungsgemäß in der Kritik. Bei den Konservativen, weil die zum Kornmarkt hinweisende Front von einer konsequenten Hinwendung zu hochwertiger Architektur zeugt, bei den Innovativen, weil es nicht unbedingt einsichtig ist, warum die klassizistische Front zur Seeseite erhalten werden musste. Dass der Denkmalschutz wirksam wurde, ist angesichts einer erhaltenen Treppe im Innenraum erklärlicher als beim Blick auf banale Fensterumrahmungen, die einst im urbanen Raum rein zur Behübschung angewendet wurden.

Man hat sich bei der Wettbewerbsausschreibung auf einen Kompromiss geeinigt, und so wie ihn die Architekten Cukrowicz und Nachbaur gelöst haben, ist es zumindest ein sehr guter. Ein zweiter Solitär neben dem Kunsthaus am Bregenzer Bodenseeufer – das war den Verantwortlichen zu riskant. Während beim Theater noch eine Spur des alten Kornhauses zu sehen ist, verweist ein Teil der Fassade des neuen Museums nun weiterhin auf österreichische Beamtenschaft, die noch vor Jahren hier in der Bezirkshauptmannschaft waltete.

Die Museumscrew um Direktor Andreas Rudigier bezieht nun gerade die Räumlichkeiten. Die nun offiziell zitierten Eröffnungsausstellungen, deren Themen zum größeren Teil längst bekannt sind, sollen Erwartungen schüren. Möge es sein, dass es hinter den eher amtsdeutschen Titeln wie „Sein & Mein“ und „Making of“ sowie braven Anmerkungen doch noch Überraschungen gibt. Apropos Kulturmeile mit Museum, Theater und KUB – in der alten Post noch mehr Kunst zu zeigen als bislang würde die Zeile erst komplett machen.

christa.dietrich@vn.vol.at, 05572/501-225