Der dritte Drache landet nach Ostern

Kultur / 25.03.2013 • 22:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Entstehung der größten Seebühne der Welt ist heuer eine besondere Zauberei.

Christa Dietrich

Bregenz. Ja, Gerd Alfons, Technik-Direktor der Bregenzer Festspiele, gibt es zu: Der Schnee nervt. Zuletzt hat man Hunderte Kilo davon abgetragen. Das zentrale, einem Schildkrötenpanzer gleichende Podium wird ab Juni, wenn die Proben für die Produktion der Oper „Die Zauberflöte“ auf der größten Seebühne der Welt beginnen, noch um einiges mehr aushalten müssen, aber noch ist es ja nicht fertig. Wo im Moment noch helles Holz den trüben Himmel widerspiegelt, wird einmal ein grüner Dschungel sprießen. Vogelfänger Papageno bevorzugt schließlich eine natürliche Umgebung, die sich per Dreh-effekt in die künstliche von Sarastro verwandelt.

Weltumspannend

Die Nessies, Drachen oder Drachenhunde symbolisieren einerseits die drei Tempel von Sarastro, andererseits steht damit aber auch fest, dass jene „Zauberflöte“, die Mozart gemeinsam mit Emanuel Schikaneder schuf, kein rein europäisches, sondern ein weltumspannendes Märchen ist. Auf einer Zeichnung, die Bühnenbildner Johan Engels als ersten, der Inspiration dienenden Entwurf, schuf, sehen wir die Kröte noch mit Feuer speiendem Kopf, die den Prinzen Tamino bedroht. Spaziergänger im noch zugänglichen Festspiel-Areal können den auf der Wasseroberfläche liegenden, aus- und einziehbaren Kopf bereits erahnen. Das Gerüst steht, die Kaschur folgt und der dritte Drachentorso wird nach Ostern in Bregenz landen. Wenn es endlich wärmer wird, folgt die Installation der Köpfe und Arme. Und dann wird sich auch zeigen, ob die Herausforderung, von der Gerd Alfons spricht, gelingt, die Drachen werden nämlich per Hängebrücken verbunden. Auf etwa 20 Meter Höhe ist das ein Auftrittspodium diverser Statisten. Wer das Reich der Königin der Nacht sucht, muss bis zu den letzten Proben warten, ihre Bühne ist nämlich im Inneren der Kröte versteckt und dürfte, wie Festspielmitarbeiter vorsichtig andeuten, den Erwartungen des Publikums entsprechen. Im Moment ihres musikalisch grandiosen Auftrittes verfärbt sich ihr Reich nämlich in ein glitzendes Nachtblau.

Sehr guter Vorverkauf

Das Interesse des Publikums haben die Festspiele jedenfalls wecken können. „Die Neugier fördert die Nachfrage“, erklärt Pressesprecher Axel Renner. Knapp zwei Drittel aller Karten sind bereits gebucht. Mit der Premiere der Inszenierung von David Pountney werden die Festspiele heuer am 17. Juli eröffnet. Im Sommer 2014, wenn sich Pountney aus Bregenz verabschiedet, wird die Produktion wiederholt. Seine Nachfolgerin Elisabeth Sobotka setzt 2015, zum Einstand, ebenfalls auf ein großes Musiktheatermärchen, auf ein italienisches. ##Christa Dietrich-Rudas##

Die größte Herausforderung sind dieses Mal diese hohen Hängebrücken zwischen den Drachen.

Direktor Gerd Alfons
„Zauberflöten“-Zeichnung von Bühnenbildner Johan Engels.Foto: Festspiele
„Zauberflöten“-Zeichnung von Bühnenbildner Johan Engels.
Foto: Festspiele