Am Ort des Entstehens gelandet

Kultur / 26.03.2013 • 20:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lore Rhomberg ist mit aussagekräftigen Arbeiten in Schwarzenberg vertreten. Foto: Kauffmann Museum
Lore Rhomberg ist mit aussagekräftigen Arbeiten in Schwarzenberg vertreten. Foto: Kauffmann Museum

Zum 90. Geburtstag von Lore Rhomberg zeigt das Kauffmann Museum Aquarelle.

Schwarzenberg. Aquarelle. Was sonst? Zu Recht stehen die duftigen, leuchtenden „Wasserfarben“-Bilder im Fokus der Ausstellung „Lore Rhomberg – Aquarelle“ im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg.

Die Zusammenschau zum 90. Geburtstag der Künstlerin, für die das Bregenzerwälder Dorf seit Ende der 1970er-Jahre zur Wahlheimat wurde, umfasst Ansichten aus dem Ort, dazu Gärten und Bäume, Teddybären und Blumensträuße, aber auch Teile aus dem Werkzyklus „Eine Alpensinfonie nach Richard Strauss“. Entstanden zwischen 1982 und 1984, als vorläufiger Höhepunkt im Schaffen, inspiriert von der Landschaft des Bregenzerwaldes, setzt die Malerin die immer und immer wieder gehörten Töne der musikalischen Komposition in Farben um.

Ungleich überraschender als die Auswahl von zehn Blättern aus dieser bekannten Reihe, die nun an den Ort ihrer Entstehung zurückgekehrt sind, mutet jedoch die Spontaneität an, mit der Lore Rhomberg in ihren jüngsten Aquarellen aufwartet. Von ungemeiner Frische und Lebendigkeit steht ein Enzianstrauß in einer Vase, zart und von intensiver Farbkraft zugleich, in einer blauen Wolke verfließend, während ein paar dunkle Baumstämme als dynamische, scheinbar rasch hingeworfene Pinselstriche der grün-erdig aufgelösten Farbigkeit „Im Garten“ Struktur und Halt verleihen.

Es ist genau diese Mischung aus unmittelbarem Erlebnis und Leichtigkeit einerseits und der konzentrierten Präzision in der Umsetzung, die keine Korrektur erlaubt, andererseits, die die Werke bis heute in hohem Maß auszeichnet.

Der Duft von Blumen

Die Basis für ihr Handwerk, das von der Farbleuchtkraft, Licht, Transparenz und Schnelligkeit lebt, erlernte die „Wasserfarbenmalerin“ Lore Rhomberg im Studium „Naturwissenschaftliches

Zeichnen und Aquarellieren“ an der Münchner Akademie und inspiriert durch den deutschen Expressionismus.

Wie sich die Künstlerin diese Grundlagen erarbeitet hat, lässt sich anhand einer Auswahl von Zeichnungen und Illustrationen, die während der Kindheit und Studienzeit entstanden sind und in der Ausstellung in einer Vitrine präsentiert werden, ansatzweise nachvollziehen. Das Gegenständliche, von dem sie sich nie ganz gelöst hat, der Jugendtraum, Kinderbücher zu bebildern, die Liebe zur Natur und Motive, die ihr geografisch und emotional nahe sind, prägen die künstlerische Welt der Lore Rhomberg.

Ein Auge für Details

Dazu gesellen sich ein nach wie vor unbestechlich scharfer Blick, ein Auge für Details und das sichere Gespür für Farben und Formen, das die Malerin, die stets von einem gegenständlichen Motiv ausgeht, die Grenze zum Abstrakten leichthändig immer wieder überschreiten lässt. Überhaupt sind es die Zwischentöne, der Duft von Blumen, das sprießende Grün im Garten und das luftige Blau des Himmels, die das Œuvre ausmachen und den Blick auf ihre Welt eröffnen.

Bestechend an den Arbeiten sind die intensive Farbkraft . . .
Bestechend an den Arbeiten sind die intensive Farbkraft . . .
. . . sowie die dynamischen, rasch hingeworfenen Pinselstriche.
. . . sowie die dynamischen, rasch hingeworfenen Pinselstriche.

Zur Person

Lore Rhomberg

Geboren: 1923 in Dornbirn

Ausbildung: Akademie für angewandte Kunst in München, Akademie für bildende Kunst in Stuttgart

Laufbahn: zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

Wohnort: Dornbirn

Die Ausstellung ist im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg bis 14. April geöffnet, Mi bis Sa, 14 bis 17 Uhr, So, 13 bis 17 Uhr