Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Initiativ werden

Kultur / 26.03.2013 • 20:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nina Büttner, Absolventin der Berliner Universität der Künste, hat Glück gehabt. Im Vorjahr wurde ihr Stück „Schafinsel“, bestückt mit Vorstadtexistenzen, mit dem Else-Lasker-Schüler-Preis ausgezeichnet, vor ein paar Tagen kam es in Kaiserslautern zur Uraufführung, inszeniert und ausgestattet vom Bregenzer Philipp Preuss. Die Regie sei so unverblümt und direkt wie der Text, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Milieu-Klischees wurden ausgeräumt.

Preuss kann das, seit er in Frankfurt und Berlin seine ersten Klassiker zur Diskussion stellte und den harten Kampf vor den bekanntermaßen genau hinschauenden Intendanten, Dramaturgen und Kritikern in Deutschland bestand.

Der Grund dieser Erwähnung liegt wohl auf der Hand. Lokalpatriotismus ist das, was die Vorarlberger Kulturszene sicher nicht braucht, gelegentlich darauf zu achten, welche Erfolge den Künstlern aus dem Land gelingen, ist aber angebracht. Preuss hatte vor Jahren eine außergewöhnliche Ausstellung im Künstlerhaus Bregenz „inszeniert“ und war am Theater Kosmos engagiert.

Es ist nicht vermessen, etwa von den Festspielen zu erwarten, bei den Besetzungen nach Möglichkeit initiativ zu werden. Das gilt für Maestro Kirill Petrenko aus Bregenz ebenso wie für Regisseure und Ausstatter, unter denen auch Reinhard von der Thannen aus Dornbirn zu nennen wäre. ##Christa Dietrich-Rudas##

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