Irre, wie kreativ die sind

Kultur / 11.04.2013 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Mr. Pilks Irrenhaus“ hatte gestern Abend Premiere. Foto: VN/Paulitsch
„Mr. Pilks Irrenhaus“ hatte gestern Abend Premiere. Foto: VN/Paulitsch

Landestheater geht seit gestern Abend mit „Mr. Pilks Irrenhaus“ auf spannende Reise.

Christa Dietrich

Bregenz. Kreativität geht stets mit ein wenig Verrücktheit einher. In besonderer Weise veranschaulicht wird dieser Prozess unter anderem in Texten wie „Mr. Pilks Irrenhaus“ des britischen Schauspielers, Regisseurs und Theaterautors Ken Campbell. Lange nicht mehr gesehen, stellte man fest, als das Vorarlberger Landestheater die Inszenierung des Werks aus den 1970er-Jahren ankündigte.

Verstaubt wirkt jedenfalls nichts, was im Kleinen Haus am Bregenzer Kornmarkt da unter der Regie von Andreas Jähnert und Alexander Julian Meile aneinandergereiht wird. Bevor man sich auf diese Typen in absurden und skurrilen Situationen einlässt, erscheint als der die Kurzszenen begleitende Erzähler ein bekannter Kunsthistoriker und Kunstvermittler auf der Videowand – nämlich Rudolf Sagmeister. In Begleitung der mit viel Understatement agierenden Vorarlberger Psychologin bzw. Psychotherapeutin Isabel Rhomberg wird eine neue Lockerheit zelebriert. Das heißt, an sich wird ja einfach nur dieser Pilks vorgestellt. Als kluger Kopf, der den ordentlichen Schluck aus der Flasche nicht braucht, weil er meint, damit die Klippen des Lebens dann besser zu umschiffen, sondern für den das – nicht unbedingt nachahmenswerte Prozedere – zur genussvollen Art der Lebensbewältigung zählt. Apropos Klippen: Weil es in Irland gerne einmal regnet und neblig ist, wurden die Zwischenszenen während einer Fahrt auf einem Bodenseeschiff gedreht.

Genialer Einfall, denn so erscheinen die verrückten, witzigen Szenen vom Socken in der Suppe oder vom Mann, der als vermeintliches Huhn der alles erdrückenden Mutterliebe entgeht, die Szenen über Eifersucht und Täuschungen wie Stationen auf einer Reise zu sich selbst. Keine Sorge, Andreas Jähnert, Lukas Kientzler und Alexander Julian Meile spielen alles so, dass es dieser „Nonsens­literatur“ gerecht wird, die irre kreativ doch nur auf eines abzielt, nämlich auf die Frage nach dem, was wirklich ist und was nicht.

Die nächste Aufführung findet am 27. April, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus am Bregenzer Kornmarkt statt