Jazz statt Blues und Kunst statt Suff

13.05.2013 • 19:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim New Orleans Festival tummeln sich Tausende in der Bregenzer Innenstadt. Nach 15 Jahren ist es aber vorbei mit dem Bourbon-Street-Feeling. Foto: Fasching
Beim New Orleans Festival tummeln sich Tausende in der Bregenzer Innenstadt. Nach 15 Jahren ist es aber vorbei mit dem Bourbon-Street-Feeling. Foto: Fasching

Das New Orleans Festival findet heuer zum letzten Mal statt, andere Bregenzer Feste sollen Niveau kriegen.

Bregenz. (VN-cd) Hauptsache laut und flüssig – mit der Erfüllung der Grundprinzipien sommerlicher Feste bezüglich Musik und Verpflegung gibt sich Christoph Thoma noch lange nicht zufrieden. Nachdem beim New Orleans Festival das Niveau absolut stimmt, wechselt man im nächsten Jahr hier nur das Genre, dem bislang weitaus banaleren und anderweitig hochprozentigen Hafenfest wird der neue Marketing-Chef der Landeshauptstadt aber schon heuer auch einen künstlerischen Anstrich verleihen.

2014 kommt der Jazz

Für das Aus des New Orleans Festivals gibt es mehrere Gründe. Nach fünfzehn erfolgreichen Jahren kündigte der Initiator und künstlerischer Leiter Markus Linder schon vor einigen Monaten vorsichtig an, dass es mit dem Blues auch einmal „us“ sein könnte. Zu seinen vielen Verpflichtungen als Musiker und Kabarettist kamen in jüngster Zeit die Erfolge als skurriler Pfarrer in der Fernsehserie „Vier Frauen und ein Todesfall“ hinzu. Gelegenheit, die Blues-Ader auszuleben, hat er dort – wie die Zuseher jeweils am Dienstagabend mit Vergnügen erfahren können – auch.

Das Festivalkonzept auch dann aufzufrischen, wenn nach wie vor Tausende zu den Darbietungen in die Bregenzer Innenstadt strömen, war ihm ein Anliegen. Christoph Thomas macht die Aufgabe, die ihm nun zukommt, nicht verlegen. Dem einstigen Geschäftsführer der Grazer Spielstätten und der Bludenzer Kultur GmbH gehen die Themen nicht aus. Dem New Orleans Festival, in dessen Rahmen heuer unter anderem mit Les Getrex ein Urgestein der Musikszene am Mississippi an den Bodensee kommt, wird nahtlos ein Jazz-Festival folgen, erklärt er sein Vorhaben. Die hervorragenden Musiker aus der Region einzubinden, sieht er als Verpflichtung, barrierefrei zugänglich sollen die Konzerte unter freiem Himmel bleiben und als Termin im Jahr 2014 wird eines der verlängerten Frühlingswochenenden anvisiert.

Artist in Residence

Rund 60.000 Euro gibt die Stadt Bregenz für das New Orleans Festival aus, mit diesem Budget lässt sich, so Thoma, auch ein Programm mit Jazz inklusive Ethno und Crossover ausrichten. Nach Möglichkeit will er bereits im ersten Jahr auch ein Artist-in-Residence-Programm realisieren, das Künstlern die Möglichkeit zum intensiven Austausch bietet.

Hafenfest mit Kultur

Nicht nur beim New Orleans bzw. dem darauf folgenden Jazz-Festival wird das musikalische Programm entsprechend kulinarisch ergänzt. Dieses Konzept will Thoma auch beim Hafenfest Ende Juni verwirklicht haben. Dazu müsste sich dort nicht nur die Qualität der angebotenen Speisen verbessern, dem Besäufnis-Charakter dieses Festes soll ein derart spannendes Musik- und Kunstprogramm entgegengehalten werden, dass das Volllaufen lassen gar kein Motiv zum Kommen ist. ##Christa Dietrich-Rudas##

Ein barrierefreies Fest für alle soll der Nachfolger des New Orleans Festivals auf jeden Fall sein.

Christoph Thoma

New Orleans Festival in Bregenz: 16. bis 19. Mai; 16. Mai, ab 20 Uhr, Nacht der Musik mit vielen Bands in 22 Lokalen; ab 17. Mai, Festival in der Innenstadt mit Les Getrex, Alex Sutter, Toni Eberle, George Nussbaumer, Mia & The Soho Club u. v. a.