Dem Wegbereiter und Vorbild

15.05.2013 • 18:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Preisverleihung am 8. Juli im Bregenzer Landhaus wird Ingo Springenschmid eine Installation realisieren. Foto: VN/Philipp Steurer
Für die Preisverleihung am 8. Juli im Bregenzer Landhaus wird Ingo Springenschmid eine Installation realisieren. Foto: VN/Philipp Steurer

Ingo Springenschmid erhält den Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg.

Bregenz. (VN) Erfreut und in der gegenüber den VN ausgedrückten Hoffnung, dass damit nicht einfach nur sein Lebenswerk ausgezeichnet wird, nahm der bildende Künstler und Schriftsteller Ingo Springenschmid gestern zur Kenntnis, dass er in diesem Jahr den Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg erhält.

Seit 1970 lebt er in Vorarlberg und gilt als Protagonist eines Künstlerselbstverständnisses, das ebenso radikal wie poetisch-philosophisch ist. In seinem Werk verschwimmen, so die Jury, die Grenzen von bildender Kunst und Literatur, schlüssig und konsequent werden aber Empfindung und Wahrnehmung auf Papier – auch in den lyrischen Prosatexten, die seinen hohen Stellenwert als Dichter ausweisen – hinterfragt. Beim Betrachten seiner Bilder ist deshalb stets die Literatur mitzudenken, bei der Lektüre seiner Texte sind immer auch bildnerische Aspekte einzubeziehen, wie etwa Proportionen, Symmetrien und Perspektiven.

Aus Respekt

Ingo Springenschmid entwickelte über die Jahrzehnte seinen eigenen Weg und damit ein Werk von eminenter Bedeutung. „Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit ist nicht zuletzt auch die kunstpädagogische Arbeit und die Vorbildwirkung für zahlreiche andere Vorarlberger Kunstschaffende besonders hervorzuheben“, sagt Kulturlandesrat Harald Sonderegger.

Mit dem mit 7500 Euro dotierten Internationalen Kunstpreis soll einerseits ganz gezielt das Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers hervorgehoben werden, andererseits wollen die Jurymitglieder (heuer waren das Konrad Bitterli, Stefanie Dathe, Willi Meusburger, Winfried Nussbaummüller, Karlheinz Pichler, Uwe Wieczorek) mit ihrer Wahl aber auch auf den Stellenwert bestimmter Positionen oder Entwicklungen verweisen. „Dem jeweils eingeschlagenen Weg dieser Person soll öffentlicher Respekt und Anerkennung zuteil werden“, betont Sonderegger.

Für den Preis infrage kommen Künstlerinnen und Künstler, die in der Bodenseeregion geboren wurden, dort leben oder längere Zeit dort gearbeitet haben.

Wichtig wäre, dass der Preis nicht nur als Ehrung gilt, sondern auch als Anerkennung der aktuellen Arbeit.

Ingo Springenschmid

Zur Person

Ingo Springenschmid

Geboren: 1942 in Salzburg, lebt seit 1970 in Vorarlberg

Ausbildung: Kunstschule Linz, Akademie der bildenden Künste in Wien

Laufbahn: Künstler, Schriftsteller, Pädagoge, Kunstvermittler, Ausstellungskurator, Gründungsmitglied des Vorarlberger Autorenverbandes etc., zahlreiche Ausstellungen

Preise: Förderpreis zum Rauriser Literaturpreis, Ehrengabe des Landes Vorarlberg

Publikationen: „Tische“, „Handschreiben“, „Pattstellung“, „Kunst zu Lesen“, „sonders & samt“, „Zu Fall und Stelle“

Wohnort: Bregenz

Bisherige Preisträger

1985 – Bildhauer Max Oertli

1987 – Bildhauer Herbert Albrecht

1989 – Maler Dieter Krieg

1991 – Architekt Hans Purin für die Vorarlberger Baukünstler

1993 – Maler Richard Bösch

1995 – Aktionskünstler Roman Signer

1997 – Malerin und Zeichnerin Romane Holderried Kaesdorf

1999 – Bildhauer Gottfried Bechtold

2001 – Videokünstlerin Ruth Schnell

2003 – Medienkünstler Rainer Ganahl

2005 – Konzeptkünstler Christoph Rütimann

2007 – Künstlerduo Andres Lutz und Anders Guggisberg

2009 – Künstlerin Svetlana Heger

2011 – Malerin Rachel Lumsden