„Ich bin stolz auf meinen Dialekt“

23.05.2013 • 18:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Die Formation „Penetrante Sorte“ meldet sich mit einem neuen Album zurück.

Dornbirn. „Penetrante Sorte“ steht für Vorarlberger MundartRap. Der Song „V-Style“, eine humorvolle Abrechnung mit dem Vorarlberger Lebensstil, avancierte 2010 mit Tausenden von YouTube-Klicks zur neuen Vorarlberger Landeshymne. Nun präsentieren Rapper Phil Fin (Philipp Orsingher) und der Wiener Produzent DJ-King (Roland König) ihr neues Album „Penetrant“. Die VN haben vorab mit dem gebürtigen Vorarlberger Philipp Orsingher über ihren Dialekt-Rap gesprochen.

Wie bist du zur Hip-Hop-Musik gekommen?

Philipp Orsingher: Das war Mitte der 90er-Jahre. Damals war Hip-Hop hierzulande noch nicht so groß, aber ich wusste sofort, dass ich das machen will. Die Beats, der Lifestyle und die Möglichkeit, mich mit Texten auszudrücken, haben mich von Anfang an fasziniert.

Du wohnst seit einigen Jahren in Wien. Wie kommt dein Dialekt-Rap dort an?

Orsingher: Prima. Die Wiener wissen, was gut ist, und feiern den Vorarlberger Dialekt. Mittlerweile ist die Dialekt-Rap-Szene in Österreich gewachsen und ich glaube, wir bieten da eine willkommene Abwechslung zu den anderen Dialekten.

Du bist also deinem Dialekt treu geblieben. Wie wichtig ist dir Authentizität?

Orsingher: Auch in meinen hochdeutschen Raps kommt der Vorarlberger Akzent etwas durch. Das ist aber auch gut so, denn im Hip-Hop ist Authentizität ein wichtiges Stichwort. Ich bin stolz auf meine Heimat und meinen Dialekt, den will ich nicht verstecken.

Du schreibst deine Songs selber. Woher nimmst du die Inspiration?

Orsingher: Die Songs sind persönlich und handeln vom Leben. Da ist nichts erfunden, ich schreibe über Sachen, die ich erlebt habe, die mich beschäftigen oder die ich lustig finde. Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, so findet man immer genügend Inspiration für Texte.

Ihr leistet auch einen musikalischen Beitrag zum aktuellen Mundl-Film. Wie kam das zustande?

Orsingher: Hip-Hop hat im aktuellen Mundl-Film eine wichtige Rolle, da Edi (Mundls Enkel) einen Rapper spielt. Einige bekannte Gesichter aus der Hip-Hop-Szene sind auch in Nebenrollen zu sehen, unter anderem auch DJ King. Auf dem Soundtrack sind mehrere Hip-Hop-Songs zu hören und da haben wir unter anderem auch einen Song beigesteuert.

Nun präsentiert ihr euer neues Album „Penetrant“. Welche Richtung habt ihr eingeschlagen?

Orsingher: Die Richtung ist im Großen und Ganzen gleich geblieben. Die Songs sind aber ausgefeilter. Auf jeden Fall aber gute Rap-Musik, die ins Ohr geht und auch dort bleibt. Besonders stolz sind wir auf unsere Feature-Gäste. Neben bekannten amerikanischen und österreichischen Rappern sind auch Songs mit dem Vorarlberger Sänger Marcel „da Chello“ Huber entstanden, über die wir uns sehr freuen.

Was war für dich das Besondere an dieser Zusammenarbeit?

Orsingher: Wir konnten mit Leuten zusammenarbeiten, die wir musikalisch, aber auch persönlich sehr schätzen. Außerdem sind das alles super Musiker, die ihre Sache ernst nehmen und professionell arbeiten. Das erleichtert die Zusammenarbeit und die Studiosessions waren immer sehr lustig und entspannt. Jeder hat seine eigene Arbeitsweise und seinen eigenen Stil ins Album einfließen lassen und wir sind sehr glücklich mit den entstandenen Songs.

Im Hip-Hop ist Authentizität ein wichtiges Stichwort.

Philipp Orsingher

Zur Person

Philipp Orsingher

Rapper der Hip-Hop-Band „Penetrante Sorte“

Geboren: 1982 in Bregenz

Wohnort: seit 2004 in Wien

Laufbahn: Handelsakademie, Studium Publizistik, Theater-, Film- und Medienwissenschaften

Hobbys: Filme, Computerspiele

Die CD-Präsentation „Penetrant“ findet heute um 21 Uhr im Conrad Sohm in Dornbirn statt