Zauberhafte Flöten auf dem Dampfer

Kultur / 09.08.2013 • 18:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kapitän Konstatzky gab mit Jasmine Choi und Raphael Leone eine Kostprobe des ausbaufähigen Projekts. Foto: Strauss
Kapitän Konstatzky gab mit Jasmine Choi und Raphael Leone eine Kostprobe des ausbaufähigen Projekts. Foto: Strauss

Symphoniker-Urgestein Raphael Leone auf emotionaler Abschiedstour auf der „Hohentwiel“.

Hard. (VN-stp) Der Festspielabschluss am 18. August wird für Raphael Leone, seit 42 Sommern mit den Wiener Symphonikern bei den Bregenzer Festspielen, ein emotionaler Auftritt: Der Wahl-Harder, der seit vielen Jahren am Bodensee seine zweite Heimat gefunden hat, verabschiedet sich von den Festspielen und den Symphonikern, denn zwei Tage später feiert er seinen 65. Geburtstag und tritt sowohl beim Orchester als auch an der Wiener Uni als Musikprofessor in den nicht ganz freiwilligen Ruhestand. „Das ist leider so, mit 65 ist Schluss, obwohl ich noch fit genug und motiviert wäre, länger zu bleiben – auch wegen meiner acht Studenten, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben“, bedauert er.

Den Festspielen verbunden

Er geht, so verriet er im Gespräch an Bord der „Hohent­wiel“, mit Wehmut, denn „mit den Festspielen und dem Bodensee bin ich seit dem ersten Sommer – das war 1972 und damals noch auf der alten Festspielbühne mit den einfachen Holzbänken für das Publikum – sehr verbunden. Ich habe hier auch abseits meiner beruflichen Tätigkeit viele Freunde gewonnen und unzählige unvergessliche Stunden erlebt. Nicht umsonst habe ich mir hier schon vor vielen Jahren eine Wohnung gekauft und werde in der Pension ganz sicher noch mehr Zeit in Vorarlberg und natürlich auf dem Bodensee verbringen.“ Kein leeres Versprechen, schließlich hat er sich in den See total verliebt und deshalb schon vor vielen Jahren sogar das Patent als Freizeitkapitän erworben.

„Altes Projekt“ auffrischen

Und wenn er „Bodensee“ und „Hohentwiel“ sagt, denkt er vor allem an sein „altes Projekt“, das er seit 1990, dem ersten Jahr des Bodenseedampfers, nie aus den Augen verloren hat, obwohl „das Engagement bei den Festspielen vor allem in den vergangenen Jahren immer intensiver und die Freizeit damit spärlicher“ geworden ist. „Festspiele, Hohentwiel und Bodensee mit klassischer Musik zu verbinden, bietet sich förmlich an, das habe ich immer wieder erlebt“, erinnert sich Leone an die Anfänge zurück, als die Symphoniker in den 90er-Jahren Stammgäste auf der Hohentwiel waren – und natürlich ihre Instrumente dabei hatten, um bei den Festspielfahrten die Gäste schon auf dem Bodensee auf die Seeaufführung einzustimmen. „Es waren immer wieder großartige Erlebnisse – für uns und die Gäste.“

Einmal hat er dieses Erlebnis mit „zauberhaften Flöten“ bereits geboten – zu Beginn der Festspielzeit, als er mit Jasmine Choi, der umjubelten Solistin bei der Festspieleröffnung, die Passagiere der Festspielfahrt überraschte. Kommende Woche ist er mit dem Flötenquintett „Querart“ an Bord, wenn der Bodenseedampfer heuer zu einer der letzten Festspielfahrten startet.

Klassik auf dem Bodensee – das wollen Raphael Leone, Kapitän Konstatzky und Heino Huber künftig noch mehr forcieren, denn „wir haben erlebt, wie Dixie und Jazz zu Highlights jeder Saison geworden sind, Klassik hat das gleiche Potenzial – und wir denken dabei auch an Termine abseits der Festspiele.“