Ein hundertprozentiger Erfolg

Kultur / 16.08.2013 • 19:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zufrieden, aber kein Grund zur Euphorie: Kaufmännischer Direktor Michael Diem, Festspiele-Präsident Hans-Peter Metzler und Intendant David Pountney. Foto: VN/Paulitsch
Zufrieden, aber kein Grund zur Euphorie: Kaufmännischer Direktor Michael Diem, Festspiele-Präsident Hans-Peter Metzler und Intendant David Pountney. Foto: VN/Paulitsch

100 Prozent Auslastung auf dem See und ein hervorragendes Gesamtergebnis bestärken die Festspiele vor Verhandlungen.

Bregenz. (VN-cd) Rund 200 Millionen Euro beträgt die Wertschöpfung, die die Bregenzer Festspiele für die Region erbringen, die direkten Steuerleistungen haben eine Summe von 22 Millionen Euro erreicht.

Nicht nur die Aufführungen der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ auf der Seebühne waren heuer stets ausverkauft, auch mit der Uraufführung der Oper „Der Kaufmann von Venedig“ von André Tchaikowsky erzielte man künstlerisch und auch kaufmännisch ein sehr gutes Ergebnis. Und nach jahrelanger Konsequenz und Hartnäckigkeit bei der Programmierung hat man auch für die zeitgenössische Kunst auf der Werkstattbühne ein interessiertes Publikum gewonnen, das sich auf Neues einlässt.

Mit diesen und weiteren Argumenten wird Festspiele-Präsident Hans-Peter Metzler in Verhandlungen mit den Subventionsgebern treten, die aufgrund der bevorstehenden Nationalratswahlen nicht vor dem kommenden Spätherbst stattfinden können. „Wir werden die Gruppe unserer Gesprächspartner auch erweitern müssen“, erklärt Metzler und verweist auf Salzburg, wo die Tourismusverbände wesentlich stärker in die Finanzierung der Festspiele eingebunden sind als in Bregenz. Und auch was die Politik betrifft, wird man nicht nur im Kunstministerium vorstellig werden, sondern auch bei den Verantwortlichen im Wirtschaftsressort. Der Festspiele-Präsident, der angesichts des international sehr gut kommentierten künstlerischen Niveaus und einer Gesamtbesucherzahl von rund 257.000 von einer Saison spricht, in der „alles gestimmt hat“, verweist zudem darauf, dass in den nächsten Jahren einige Sanierungsarbeiten an der Tribüne anstehen. Finanzieren wird man diese mit eigenen Mitteln.

Mehr Aufführungen geplant

Keine Frage, dass es für den Kaufmännischen Direktor Michael Diem ein „Traumsommer“ war. 2014 sind 26 Aufführungen der „Zauberflöte“ auf dem See angesetzt, sollte das Publikumsinteresse entsprechend sein, könnte man die Zahl auf 29 aufstocken.

Intendant David Pountney wird – nachdem er nun nach dem „Fliegenden Holländer“ vor einem Vierteljahrhundert, nach „Nabucco“ und „Fidelio“ in den 1990er-Jahren mit der „Zauberflöte“ nun seine vierte Seebühnen-Inszenierung hinlegte – im nächsten Jahr mit weiteren Puppenspiel-Aspekten aufwarten. Die neue Sichtweise, mit der er von Traditionen abweicht, sei im 21. Jahrhundert eine Notwendigkeit und im Großen und Ganzen verstanden worden. Im Gespräch mit den VN verrät er, dass es im nächsten Jahr zusätzlich „zwei tolle Projekte“ auf der Werkstattbühne geben werde und dass man auch im Kornmarkttheater in der Innenstadt wieder Produktionen realisiere. ##Christa Dietrich-Rudas##

Wir freuen uns sehr über den Publikumserfolg, er wird aber keinen Subventionsgeber entlasten.

Hans-Peter Metzler

Wir werden 2014 tolle Projekte auf der Werkstattbühne haben und den Kornmarkt wieder bespielen.

David Pountney

Bregenzer Festspiele 2013

Vorläufige Besucherzahlen und Auslastung

(Angaben im Fettdruck kennzeichnen bereits feststehende Zahlen, im Normaldruck stehen die Prognosen bis Festspielende ohne Regenabsage)

Besucher Auslastung

Spiel auf dem See – „Die Zauberflöte“ 200.157 100 %

„Der Kaufmann von Venedig“ 3.795 95 %

Orchesterkonzerte 5.924 90 %

Musik & Poesie 562 92 %

Kunst aus der Zeit 1.226 100 %

crossculture 2.240 88 %

Seebühnen-Shows 6.100 –

Sonstige Veranstaltungen 5.059 –

Führungen 25.796 –

Einführungsvorträge 6.029 –

Gesamtbesucher 256.888 –

Im nächsten Jahr dauern die Bregenzer Festspiele vom 23. Juli bis 24. August