Mrozek ist tot: Die satirische Stimme Polens

Kultur / 16.08.2013 • 18:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Warschau. Er griff zu Satire und den Mitteln des absurden Theaters, um die Wirklichkeit zu beschreiben. Auch wenn er einen großen Teil seines Lebens im Exil verbrachte, ist Slawomir Mrozek nicht aus der polnischen Literatur des 20. Jahrhunderts wegzudenken. Das Groteske und Absurde, die Übertreibung und die stilisierte Sprache waren für Slawomir Mrozek die literarischen Werkzeuge, um mit Stalinismus und Totalitarismus, aber auch mit der Einsamkeit der Emigration abzurechnen.

Mrozek, der am Donnerstag in seinem Wohnort Nizza im Alter von 83 Jahren gestorben ist, war einer der beliebtesten Schriftsteller Polens, dessen Werke und Theaterstücke auch international Anklang fanden.

Der am 29. Juni 1930 in dem galizischen Städtchen Boreczin geborene Mrozek arbeitete unter anderem als Journalist, Zeichner, Dramaturg, Bühnenautor und Regisseur. Als Truppen des Warschauer Pakts 1968 in der Tschechoslowakei einmarschierten und den Prager Frühling gewaltsam beendeten, gehörte der inzwischen in Paris lebende Mrozek zu den Intellektuellen, die in der Exil-Literaturzeitschrift Kultura protestierten. Das Gesamtwerk von Mrozek erschien auf Deutsch im Diogenes Verlag. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Franz-Kafka-Preis.