Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Manches müsste man überdenken

Kultur / 23.08.2013 • 19:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Um das neue Museum ist genug gestritten worden, nun bedarf es einer kritischen Aufarbeitung, die allerdings nicht unter einem erfolgen kann. Schließlich werden fünf verschiedene Ausstellungen gezeigt, die auch getrennt untersucht werden müssen. Davor soll aber der Versuch einer allgemeinen Bewertung unternommen werden – und die fällt, so meine ich, zumindest zwiespältig aus.

Das fängt beim Foyer an, das sich hinten als freier Raum bis an die Decke zieht. Eine schöne Idee der Architekten Cukrowicz/Nachbaur, die allerdings auch Bespielung verlangen würde. Derzeit ist hier nur ungenutzter Raum. Da hätte man zeigen müssen, was man hier alles machen kann. Schließlich sind alle Vorkehrungen getroffen, um Objekte aufzuhängen oder Installationen in verschiedener Höhe zu zeigen. Fünf „Schaufenster“, in denen unterschiedliche Themen präsentiert werden, eröffnen die Schau. Allerdings fehlt der Hinweis, das es sich um zeitlich begrenzte Darstellungen handelt. So muss man annehmen, dass besonders wichtige Dinge gezeigt werden. Dem ist aber nicht so. Den Beginn macht – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – das Thema „Pest“. Im zweiten Fenster finden wir „Die Walser in Vorarlberg“, dargestellt an verschiedenen Persönlichkeiten. Auch hier kein Hinweis, warum gerade das gezeigt wird. Schließlich, im dritten und vierten Fenster, zwei Künstler, Kurt Burtscher und Emil Gehrer. Beide vereint das Geburtsjahr 1913, also der 100. Geburtstag. Ansonsten aber gibt es keinen Grund, weshalb gerade Burtscher und Gehrer so hervorgehoben werden. Die einzige Verbindung: Beide waren Anhänger des Nationalsozialismus, was hier aber leider nicht aufgearbeitet wird. Schließlich noch ein Fenster zu zwei Gründervätern des Landesmuseumsvereins. Fünf Fenster, die mehr verunsichern als Interesse wecken.

Sucht man dann in den Ausstellungsräumen nach bestimmten Themen, etwa aus der Geschichte des Landes, dann sucht man meist vergeblich. Ebenso findet man keine Kunstobjekte, keine Angelika Kauffmann, keinen Rudolf Wacker, keinen Albert Bechtold, keinen Hubert Berchtold und auch sonst niemanden. All das findet man nur in anderen Zusammenhängen als Einzelstücke – und das, so meine ich, müsste man überdenken. Es wäre also noch viel zu tun, wohl auch zu ändern, wie wir auch noch an den einzelnen Ausstellungen sehen werden.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.