Abenteuer und Herausforderungen

Kultur / 27.08.2013 • 19:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlbergerin Lorraine Huber in ihrem Freeride-Film „Lorraine – Freeriden zu G-Dur“. Foto: Hanno Mackovitz
Die Vorarlbergerin Lorraine Huber in ihrem Freeride-Film „Lorraine – Freeriden zu G-Dur“. Foto: Hanno Mackovitz

„Berge, Menschen, Abenteuer“, so lautet das Motto des diesjährigen Filmfests in St. Anton am Arlberg.

St. Anton. (VN-tag) Nach zwei erfolgreichen „Außenterminen“ in Wien und Kufstein präsentiert sich das Filmfestival in St. Anton in diesem Jahr ganz europäisch und holt bekannte Szenegäste, Abenteurer und Filmemacher aus Italien, der Schweiz, Frankreich, England, Polen, Deutschland und Österreich nach Vorarlberg. Die drei Topkletterinnen Ines Papert, Barbara Zangerl und Nina Caprez bringen ihre neuen Filme mit nach St. Anton, in denen sie extrem schwere Kletterrouten wie „Silbergeier“, „End of Silence“ und „Die Schwarze Madonna“ frei kletternd bewältigen. Vor allem die ersten beiden Routen galten in den 90er-Jahren als das Nonplusultra des alpinen Sportkletterns. Die filmischen Porträts über die außergewöhnlichen Frauen zeigen einerseits, dass schwere Kletterrouten keine reine Männerdomäne mehr sind, und dass sie trotz der beachtlichen Leistungen Leichtigkeit bewahrt haben. Beim Filmfest ist auch Hansjörg Auer in einer Österreich-Premiere mit seinem Film „Waiting Game – Climbing on Baffin Island“ vertreten. In dieser internationalen Produktion erkundet der Ötztaler unbestiegene Big Walls auf Baffin Island, eine Insel im Norden Kanadas, die zu einem neuen Ort der Sehnsucht der internationalen Kletter-Elite geworden ist.

Außergewöhnliches Leben

Der Franzose Philippe Ribiere zeigt eine Dokumentation über sein außergewöhnliches Leben. Ribiere wurde mit einem genetischen Defekt geboren, der Mehrfachbehinderungen nach sich zog. Seine Eltern, nicht in der Lage, ihn anzunehmen, gaben ihn fort. Angenommen hat ihn schließlich viele Jahre später die Community der Kletterer, und so wurde er, seinen Behinderungen zum Trotz, zu einem ausgezeichneten Kletterer.

Filmisch dicht vertreten ist auch die lokale Kletterszene: Hannes Mair präsentiert ein ausführliches Preview auf sein Filmprojekt „Melting Pot“ – eine Dokumentation über die international herausragende Innsbrucker Kletterszene. Außerdem begleitete er wieder die Innsbrucker Extremmountainbiker „Vert­riders“ ins hochalpine Gelände. Ein besonderes filmisches Gustostück wurde dem Filmfest aus dem Alpenvereinsarchiv zur Verfügung gestellt: historisches Filmmaterial aus den 1930er-Jahren, u. a. mit Kletterlegende Matthias „Hias“ Rebitsch, führen die Woche über auf der Leinwand vor Augen, was damals mit primitiver Ausrüstung und unzureichenden Sicherungsmöglichkeiten schon geleistet wurde.

Vorarlberger Beteilgung

Ein weiteres Highlight des Filmfests: Der neunminütige Film der Vorarlbergerin Lorraine Huber, die in „Lorraine – Freeriden zu G-Dur“ von der Schönheit des Freeridens berichtet. „Filmemacher Hanno Mackowitz und ich wollen den Zuschauern die Ästhetik dieser Sportart im Tiefschnee näher bringen. Ohne Sprache und nur vom Klavier begleitet, zeigen die Aufnahmen in Zeitlupe, wie schön Freeriden sein kann. Der Film unterscheidet sich also stark von herkömmlichen Freeride-Filmen, die meist von rasanten Ausschnitten und aggressiver Musik charakterisiert sind“, erklärt die Sportlerin.

Die Aufnahmen zeigen, wie schön Freeriden sein kann.

Lorraine Huber
Barbara Zangerl klettert die Route „Super Cirill“ im Tessin. Foto: Mair
Barbara Zangerl klettert die Route „Super Cirill“ im Tessin. Foto: Mair

Das Filmfest St. Anton läuft vom 28. bis 31. August im Arlberg-well.com, Hannes-Schneider-Weg 11, Beginn jeweils um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr; Programm und weitere Infos unter www.filmfest-stanton.at