„Der Soundtrack unseres Lebens“

Kultur / 29.08.2013 • 19:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Emanuel Krimplstätter, Max Borchardt und Matthäus Weber (v. l.) begeistern mit ihrem einzigartigen Space-Rock-Sound. Foto: BAnd

Emanuel Krimplstätter, Max Borchardt und Matthäus Weber (v. l.) begeistern mit ihrem einzigartigen Space-Rock-Sound. Foto: BAnd

Die Spacerocker „Steaming Satellites“ sind morgen beim Freakwave-Festival zu Gast.

Bregenz. Seit 2005 begeistert die aus Salzburg stammende Band „Steaming Satellites“ mit ihren Spacerock-Live-Performances Fans auf der ganzen Welt. Max Borchardt, Sänger der Band, spricht im VN-Interview über die bisherigen Erfolge, die Affinität zum Weltraum und ihr neues Album „Slipstream“.

Heuer ist euer zweites Album „Slipstream“ erschienen. Habt ihr euch musikalisch verändert?

Borchardt: Der Sound ist sicherlich ausgereifter. Wir haben versucht, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Weniger ist oft mehr.

Ihr habt euer neues Album in sehr kurzer Zeit aufgenommen und wart dabei auch noch ständig auf Festivals. Wie habt ihr das gemeistert?

Borchardt: Wir haben all unsere Energie und Zeit, die wir aufbringen konnten, in die Band gesteckt. Wenn man als Band vorankommen will, darf man sich nicht allzu lange ausruhen. Von nichts kommt nichts.

Was ist die Kernaussage eures neuen Albums?

Borchardt: Es soll als Leitfaden dienen, um aus einer schwierigen Zeit herauszukommen. Man muss sich seinen Ängsten stellen. Alle Dinge, die einen selbst blockieren und hindern das Leben zu genießen, gehören auf den Müll. Das Album ist zwar sehr melancholisch und manchmal auch etwas düster, aber oft braucht es gewisse Impulse, damit man sich seinen Dämonen stellt.

Ihr seid mittlerweile bei einer deutschen Künstleragentur untergekommen. Österreich ist wohl zu klein?

Borchardt: Naja, ich würde nicht sagen zu klein. Die meisten Agenturen in Österreich haben nicht ­wirklich viele Möglichkeiten, um eine Band im Ausland zu präsentieren. Wir konnten über die Jahre viele Kontakte auf den Tourneen im ­Ausland knüpfen, dabei kamen wir unter anderem mit Target Music und The ­Instrument Village in Kontakt. Hier stimmen die Chemie und die Einstellung.

Woher kommt die Affinität zu Weltraum und Science-Fiction?

Borchardt: Die Sci-Fi-Welt hat uns schon immer fasziniert. Als wir das „Slipstream“-Album aufnahmen, hatten wir die ganze Zeit Bilder und Szenen von „Blade Runner“ oder „Moon“ im Kopf. Das sind einfach geniale Filme, die tief unter die Haut gehen.

Was inspiriert euch beim Songwriting?

Borchardt: Prinzipiell lassen wir uns vom Leben mit allen Höhen und Tiefen inspirieren. Wir machen die Musik, die uns im Moment am meisten bewegt, uns in schwierigen Zeiten hilft oder Musik, die einen wunderbaren Lebensabschnitt unterstreicht. Man kann es vielleicht auch als Soundtrack unseres Lebens bezeichnen.

Ihr habt Konzerte auf der ganzen Welt gespielt. Welches ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Borchardt: Eines der aufregendsten Konzerte war, als wir in Seattle bei der Occupy- Bewegung gespielt haben.

Die Organisatorin hat uns zufällig am Vortag in einer Bar in Seattle gesehen und uns daraufhin eingeladen. Wir wussten damals nicht, was auf uns zukommt, aber alles lief gut und wir leben noch.

Wie war eure US-Tour? Wie unterscheiden sich die Fans in Österreich und den USA?

Borchardt: Die Tour war für uns eine wichtige Erfahrung. Wir haben sehr viel daraus gelernt und es hat uns auch künstlerisch geprägt. Ich denke nicht, dass es so große Unterschiede gibt. Man hat als europäischer Künstler vielleicht einen gewissen Bonus, weil man die lange Reise über den Atlantik auf sich genommen hat.

Ihr habt bereits unzählige Festivals bespielt. Was macht mehr Spaß: Festival oder das eigene Konzert?

Borchardt: Das kommt immer drauf an. Bei Festivals weiß man nie genau, was auf einen zukommt. Das kann dann oft spannend werden.

Welches Projekt steht bei euch als nächstes an?

Borchardt: Wenn wir dieses Jahr mit touren fertig sind, werden wir uns wieder ins Studio begeben, um mit der Arbeit für das nächste Album zu beginnen. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Was darf man sich von eurem Auftritt beim Freakwave-Festival erwarten?

Borchardt: Wir freuen uns, nach Vorarlberg zu kommen. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben.

Alle Dinge, die einen selbst blockieren und hindern, das Leben zu genießen, gehören auf den Müll.

Max Borchardt

„Steaming Satellites“: Samstag, 31. August, um 19.30 Uhr, Open Air, Strandbad Bregenz