Wenn das Licht abwesend ist . . .

Kultur / 29.08.2013 • 19:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Stock bringt einen „fetten Strich“ in sattem Schwarz auf die Leinwand. Fotos: AG
Christian Stock bringt einen „fetten Strich“ in sattem Schwarz auf die Leinwand. Fotos: AG

In der Galerie Feurstein in Feldkirch sind Arbeiten zum Thema „Schwarz“ zu sehen.

Feldkirch. (VN-ag) Schwarz ist die Abwesenheit des Lichts und gerade für die Malerei, als Medium, das mit dem Licht spielt, eine Herausforderung. Wie facettenreich Künstler dem Thema der Nicht-Farbe Schwarz begegnen, zeigt die aktuelle Ausstellung in der Galerie Feurstein.

„Schwarze Bilder haben etwas Expressives, aber auch Depressives. Die meisten Leute wollen Farbe sehen“, sagt Galerist Günter Feurstein, der unter dem Titel „Schwarzmalen – Schwarzsehen“ in einer kleinen, aber durchaus unterhaltsamen Schau subjektiv und vielfältig Positionen von Künstlern der Galerie versammelt hat. Zu den bekennenden Schwarzmalern gehört, seit seinen künstlerischen Anfängen, der Vorarlberger Karl-Heinz Ströhle, wie bereits eine frühe Papierarbeit belegt. Aber auch die späteren Werke auf Leinwand, in denen Verpackungsbänder unter Spannung gesetzt werden und sich Linien auflösen und verdichten, basieren auf kühl-reduziertem, puristischem Schwarz. Dass die dunkelste aller Farben auch sinnlich wirken kann, beweisen die gepolsterten Textil-, Latex- und Acrylobjekte von Carmen Pfanner, und Manfred Egender beschwört mit einer scherenschnittartigen Wandarbeit aus Industriegummi, die mit Licht und Schatten an der Wand interagiert, gar eine „Schwarze Romantik“ herauf, während ein älteres, objekthaftes Tafelbild mit Perforationen demonstriert, dass es nicht nur ein Schwarz gibt.

Schwarz ist die Kunst

Auch aus dem zart verwischten Grau der Arbeiten des deutschen Künstlers Dirk Salz spricht Schwarz, wohingegen der Wiener Otto Reitsperger den Kontrast der Unschärfe im Hintergrund, der an eine Holzmaserung erinnert, gegen das Passepartoutartige, akkurat gezogene Liniengefüge im Vordergrund seiner Arbeiten auf Leinwand setzt. Neben zarten grafischen Blättern klotzt Christian Stock einen kräftigen, „fetten Strich“, der sich am Bildrand aufstaut, natürlich in sattem Schwarz, auf die Leinwand, während Christoph und Markus Getzner in ihren Zeichnungen, mit ungleich feinerer Klinge und spitzerem Stift agierend, Symbole der Vergänglichkeit und den Fluss der Dinge thematisieren. Neben Edda Jachens und Rosa M Hessling verströmen die auf Fotos basierenden, „Magic“ betitelten Werke von Mireille Schellhorn tatsächlich so etwas wie schwarze Magie. Nächtliche Aufnahmen lassen Topfpflanzen in einem verfremdeten Licht und Zustand erscheinen, Glitzereffekte verleihen ihnen eine Künstlichkeit, die die Natürlichkeit des Motivs konterkariert. Ob Schwarz nun eine Farbe ist oder nicht, darüber lässt sich in diesen Arbeiten und der Ausstellung generell trefflich streiten. Fest steht: Schwarz ist die Endgültigkeit. Und Schwarz ist die Kunst.

Galerist Günter Feurstein.
Galerist Günter Feurstein.
Arbeit von Christoph und Markus Getzner.
Arbeit von Christoph und Markus Getzner.

Die Ausstellung ist in der Galerie Feurstein, Johannitergasse 6 in Feldkirch, bis 21. September geöffnet, Di bis Fr, 13 bis 17 Uhr, Sa, 11 bis 15 Uhr