Begriffe aus einem Lexikon von früher

Kultur / 30.08.2013 • 20:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Anna-Maria Krebitz lebt in Nenzing. Foto: AG
Anna-Maria Krebitz lebt in Nenzing. Foto: AG

nenzing. (VN-ag) In einer Wörtersammlung des Bludenzer Künstlers Michael Mittermayer hat Anna-Maria aus Nenzing allerhand Erstaunliches entdeckt.

„Die Arbeit, die mich besonders beeindruckt hat, heißt ,26 Buchstaben‘. Dafür hat der Künstler ein Lexikon aus dem Jahr 1938 zerschnitten und zu jedem Buchstaben Begriffe herausgesucht, die jetzt auf Karteikarten und Zetteln in einer Vitrine ausgestellt sind. Wenn man sich vorstellt, dass der Künstler dazu ein ganzes Lexikon lesen musste, war das wohl ziemlich viel Arbeit“, meint Anna-Maria Krebitz.

Ziemlich verblüfft

Ungleich spannender erscheint der 17-Jährigen aber die Zeit, aus der das Lexikon stammt und die Auswahl, die Michael Mittermayer aus den vorhandenen Begriffen und Wörtern getroffen hat. „Ich interessiere mich allgemein für den Zweiten Weltkrieg und auch für die Vor- und Nachkriegszeit. Diese Wörter hier zu lesen, hat mich ziemlich verblüfft, weil man sieht, wie die Menschen früher gedacht haben. Immerhin ist das ja ein Lexikon, das ernst genommen wurde und in dem das Wissen der Zeit von damals steckt. Wenn ich aus heutiger Sicht Begriffe wie ,Mischehe‘ oder ,Blutschutzgesetz‘ lese, dann finde ich das ziemlich absurd, aber auch erschreckend, weil es um Rassentrennung geht und sogar ein richtiges Verbot ausgesprochen wird. Menschen jeder Hautfarbe sind doch Menschen. Daran sollte man immer denken.“

Die Ausstellung „Zwei Wörtersammlungen“ wird in der Artenne Nenzing, Kirchgasse 6, am So, 1.September, um 11 Uhr eröffnet. Dauer der Ausstellung bis 22.September, Do und So, 17 bis 20 Uhr