Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Intendanten da und dort

Kultur / 30.08.2013 • 20:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gut, die Bregenzer Festspiele haben sich vor rund zwei Jahren kein Ruhmesblatt erworben, als man sich auf Intendantensuche machte, obwohl man nicht unbedingt einen neuen künstlerischen Leiter brauchte. Der Faux-pas ist Geschichte, der designierte Kandidat aus Wien nahm Reißaus, bevor die Sache losging, der erfolgreiche Brite David Pountney bereitet nach einer Super-Performance als Intendant und Seebühnen-Regisseur in diesem Jahr seine letzte Saison vor, und ab 2015 wird das Unternehmen sozusagen weiblich. Elisabeth Sobotka wechselt von der Grazer Oper an den Bodensee. Mit, wie man bislang weiß, bekannten, aber überraschend inszenierten Opern im Haus neben der vorläufigen Fortsetzung des Weges auf der Seebühne und einem Podium für junge Künstler.

Und Salzburg? Da entschied man sich erst vor Kurzem für jenen Kandidaten, der von Zürich aus durchaus nach Bregenz blickte, der nach seiner Bestellung in der großen Festspiel-Stadt aber lässig meinte, dass er für den Bodensee überqualifiziert wäre, und der sich nun vor der abgelaufenen Zeit nach Mailand verabschiedet. Zuvor hat Alexander Pereira das Kuratorium noch beschimpft. Man habe seine Intentionen nicht verstanden. So drückt man sich halt aus, wenn die Vertreter der Gremien den Weg, der da heißt, immer mehr Programm zu noch höheren Subventionen, nicht mittragen wollen. Jedenfalls verspürt man in Salzburg erneut Lust an der Intendantensuche. Oder doch nicht? Bürgermeister Schaden sprach sich bereits für Markus Hinterhäuser aus. Ein fragwürdiger Vorstoß, denn einer der attraktivsten Posten in Österreichs Kulturszene muss ausgeschrieben werden. Wie soll sich da eine Visionärin oder ein Visonär bewerben?

christa.dietrich@vn.vol.at, 05572/501-225