Stilechte Befreiung

Kultur / 30.08.2013 • 17:54 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Roman. Helene Hegemann hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Als vor gut drei Jahren ihr Debütroman „Axolotl Roadkill“ erschien, wurde die damals 17-Jährige als neues Wunderkind der Literaturszene gehypt. Kurz darauf wurde sie nach Plagiatsvorwürfen erbarmungslos in die Schmuddelecke gestellt. Ihr neuer Roman „Jage zwei Tiger“ ist eine Überraschung.

Nach den teilweise schwer verdaulichen Drogen- und Sex-Exzessen ihrer ersten Heldin Mifti in Berliner Technoclubs schickt Hegemann ihre Protagonisten nun durch die Abgründe der seelenlosen Kunst- und Kulturschickeria. Anfangs nervt ihr Jugend­slang, aber zuneh­mend entwickelt die Geschichte Schwung und Spannung. Ein Befreiungsschlag.

Helene Hegemann: „Jage zwei Tiger“, Verlag Hanser, 320 Seiten