Damit Vorarlberg weiter klingt

Kultur / 04.10.2013 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Chefdirigent Gérard Korsten mit dem neuen Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg, Thomas Heißbauer. Foto: Sibylle Zettler
Chefdirigent Gérard Korsten mit dem neuen Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg, Thomas Heißbauer. Foto: Sibylle Zettler

Geht es nach Thomas Heißbauer, kriegen die jungen Menschen nun wirklich mehr zu hören.

Bregenz. Christoph ­Eberle, dem Gründer und ersten Chefdirigenten des Symphonieorchesters Vorarlberg (SOV), ist er noch als Hornist in den Reihen des Salzburger Mozarteumsorchesters begegnet, seit wenigen Wochen ist der Salzburger Thomas Heißbauer (45) nun als Nachfolger von Michael Löbl im Amt. Für den Wohlklang des Ensembles ist er somit auch indirekt verantwortlich, nämlich als Geschäftsführer. Da noch keine 100 Tage durchgezählt sind, nach denen Fachleute auf verantwortungsvollen Posten erstmals an ihren Taten gemessen werden, verübelt man es Heißbauer auch nicht, wenn er den brennenden Fragen nach Gagenerhöhung oder mehr Musikvermittlung mit dem Verweis darauf ausweicht, dass den Orchester-Verantwortlichen demnächst noch eine Klausur bevorsteht.

Viel zu bereden wird es dabei geben, ließ Präsident Eduard Konzett doch vor einiger Zeit verlauten, dass der Klangkörper gut doppelt so viele Subventionen benötigt wie er bekommt. Knackpunkt sind dabei die Musikergagen. Etwa 70 Euro bekomme man in Konstanz für eine Probe, etwa 110 Euro für das Konzert, versucht Heißbauer im Gespräch mit den VN die Benennung der Summen, die in Bregenz bezahlt werden, umgehen zu können. „Wir sind darunter“, heißt es kurz, und damit steht fest, dass die Gefahr besteht, die guten Musiker zu verlieren. Rund 80 bis 90 stehen für die Projekte zur Verfügung, für die sie jeweils per Vertrag verpflichtet werden. Fix angestellt ist niemand, dabei soll es bleiben, starre Strukturen will man erst gar nicht schaffen, sehr wohl aber die Voraussetzung für eine flexiblere Programmgestaltung und die Realisierung eines effizienten Angebots für Kinder.

Zusammenarbeit mit Schulen

„Musikvermittlung heißt für mich noch nicht, dass Kinder in eine Konzertprobe kommen können“, erläutert Heißbauer seine Absicht. Ins Auge gefasst hat er die konkrete Zusammenarbeit mit einer Schule, in der sich die Auszubildenden fächerübergreifend mit Werken befassen, die es dann zu hören gibt. Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben die Musiker des SOV, sind einzelne Instrumentalisten ja auch Mitglieder von Ensembles wie „Die Schurken“ oder Sonus Brass, die bereits exzellente und preisgekrönte Kinder- und Familienprogramme realisiert haben.

Beim Stichwort Programmgestaltung fällt das Wort Kontinuität. Chefdirigent Gérard Korsten höre sich gerne Vorschläge an, erfährt man und ist an die Vorgehensweise erinnert, die auch unter Michael Löbl gehandhabt wurde. Eine Haydn-Sinfonie könne er sich vorstellen, wird der Geschäftsführer konkret. Weil es gute Geiger gäbe und Korsten mit ihnen „gut kann“. Und Gastspiele? Dass das SOV demnächst im Wiener Musikverein gastiert, ist immerhin ein Anfang, und auch die zuletzt bemerkbare Ablehnung von CD-Produktionen ist nun nicht mehr spürbar. ##Christa Dietrich-Rudas##

Musikvermittlung heißt für mich noch nicht, dass Kinder in eine Konzertprobe kommen können.

Thomas Heißbauer

Die nächsten Konzerte (mit einem Werk von Johanna Doderer) finden am 16. und 17. November im Bregenzer Festspielhaus statt

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