Trends gehen, guter Stil bleibt

Kultur / 09.10.2013 • 21:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erika Lutz von artquer in Frastanz ist auf der Messe ArtDesign in Feldkirch vertreten, die vom 11. bis 13. Oktober stattfindet. Fotos: VN/Hartinger
Erika Lutz von artquer in Frastanz ist auf der Messe ArtDesign in Feldkirch vertreten, die vom 11. bis 13. Oktober stattfindet. Fotos: VN/Hartinger

Betont man den zweiten Teil des Namens der ArtDesign, bleibt noch enorm viel übrig.

Feldkirch. (VN-cd) Mit Kooperationspartnern wie dem Kunstmuseum Liechtenstein, der Universität im Fürstentum und in Bozen, dem Werkraum Bregenzerwald, den Vereinigungen Kunst- und Literatur. Vorarlberg oder dem Architekturinstitut, mit Diskussionsforen und Performances weist sich die heuer zum siebten Mal stattfindende Messe ArtDesign als Veranstaltung mit interdisziplinärem Charakter aus.

Extrahiert man im Vorfeld der Eröffnung am heutigen Abend zuerst einmal das sozusagen traditionelle Ausstellungsprogramm, finden die Interessenten so einiges, das dem Begriff Wohnen und Bekleiden zugeordnet sein kann, aber auch immer wieder Exponate, die in der Tat am viel zitierten Schnittpunkt zwischen Kunst und Design angesiedelt sind. Wahlweise bleibt man da an Stücken der Kampagne Toralf Parsch aus Berlin hängen. Hier scheint ein ungemein kreatives Team am Werk zu sein, das sich zudem auf ein hoffentlich bald als repräsentativ zu bezeichnendes Geschäftsmodell einigte, das sich durch Fairness gegenüber den Erfindern, den Herstellern und den späteren Besitzern ausweist.

Ins rechte Licht gerückt

Man muss dem Hochprozentigen nicht zugeneigt sein, um die „Schnapshüsle“ von Thomas Rüscher einfach genial zu finden. Den Zufluchtsorten gefiederter Freunde abgeluchst, erhalten Gläschen und Flasche eine exzellente Behausung, die sich zur kleinen, feinen Bar aufklappen lässt. Noch viel Edleres lässt sich in den Filz- und Lederhüllen von Nina Dobnik aus Schwarzenberg aufbewahren und dass Josef Gassner aus Egg entschieden hat, sein Schmuckrepertoire weit über die Juppenschnalle hinaus zu erweitern, entpuppt sich allein schon beim Betrachten von Ringen als hervorragende Idee. Beim Ortswechsel in Richtung Potsdam stechen die Edelmetall-Stücke von Ursula Gnädinger ins Auge, und dass Erika Lutz aus Frastanz nicht nur weiß, wie man Alltagsgegenstände ins rechte Licht rückt, sondern auch wie man dieses Licht umrahmt, dürfte Design-Messen-Besuchern schon länger bekannt sein.

Apropos Besucher: Rund 8000 sind bereits im letzten Jahr gekommen, angesichts der Tatsache, dass heuer im Reichenfeldareal in Feldkirch (also im Alten Hallenbad, im Konservatorium, im Pförtnerhaus, in der Musikschule und auf eigens errichteten Plattformen) gleich mehrere Sonderausstellungen (darunter eine Promi-Porträtserie des bekannten Fotokünstlers Sepp Dreissinger, ein schwarz-weißer Blick auf die Welt, zu der die Galerie ­Feuerstein aufrief oder die Stücke des Labels ak7) zu begutachten sind, dürfte die Latte damit nicht allzu hoch liegen.

Die Aufzählung der Aussteller entspricht hier nur einem kleinen Abriss. Das Zeug, sofort aufzufallen, haben beispielsweise auch die Liegen von Mähr-Möbel­design aus Feldkirch oder die Kleidungsstücke von Bernadette Kindl aus Wien. Die Druckmotive mit ihrem lustvollen Touch haben Stil, der bekanntermaßen – im vergleich zu den Trends – unvergänglich ist. Vintage-Objekte, die an verschiedenen Ecken auftauchen, unterstreichen dies zusätzlich. ##Christa Dietrich-Rudas##

Die ArtDesign ist eines der ideenreichsten und zugleich progressivsten Formate im Land.

Messe-leiterin maya Kleber
Vom Alten Hallenbad bis zum Konservatorium wird das Reichenfeldareal in Feldkirch bespielt: Andrea Maurer und Marco Spitzar beim Aufbau.
Vom Alten Hallenbad bis zum Konservatorium wird das Reichenfeldareal in Feldkirch bespielt: Andrea Maurer und Marco Spitzar beim Aufbau.

Die ArtDesign in Feldkirch (Reichenfeldareal) ist vom 11. bis 13. Oktober allgemein zugänglich. Freitag: 12 bis 22 Uhr, Samstag, 10 bis 21 Uhr, Sonntag, 10 bis 19 Uhr

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