Gute Mörderreime

Kultur / 24.10.2013 • 21:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Autorin Marlene Kilga Foto: Ward Stepman
Autorin Marlene Kilga Foto: Ward Stepman

Mit „Dr. Faust in der Marktgasse“ hat Vorarlberg einen weiteren Krimi-Schauplatz.

Roman. Christian Mähr hat durchaus recht, wenn er seine Bücher wie jenes mit Titel „Alles Fleisch ist Gras“, das gerade von Reinhold Bilgeri verfilmt wird, nicht gerne unter die Krimis eingereiht wissen will, haben wir es doch mit einem tiefgründigen Roman zu tun, dessen Figuren unter anderem von krimineller Energie gezeichnet sind.

Handfester legt es eine Autorin an, die nun mit „Dr. Faust in der Marktgasse“ ihren Erstling herausbrachte. Marlene Kilga, die als Sprachlehrerin in Kanada, Belgien und England unterwegs war, lässt keinen Zweifel daran, dass es ihr darum ging, um einen Kriminalinspektor eine Story zu kreieren, die weniger dazu angetan ist, sich mit Charakter­eigenschaften

von Tätern zu befassen als mit dem Schaurigen, das sie in ihrer Heimatstadt

Feldkirch ortet. Die Widerlegung der Unbescholtenheit von Klerus und Bürger erinnert nicht zufällig an so manche Legende. Grausige Funde haben mitunter zur Bildung derselben geführt, Kilga animieren sie zum Verfassen von guten Mörderreimen, deren literarischer Gehalt noch etwas geringer ist als der sehr unterhaltende.

Marlene Kilga: „Dr. Faust in der Marktgasse“, Verlag Bucher, 212 Seiten. Marlene Kilga wird am 27. Oktober, 15 Uhr, im Café April in Feldkirch aus dem Roman lesen

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