Hackls Kunst der Reduktion

Kultur / 24.10.2013 • 21:27 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Erzählungen. „Dieses Buch gehört meiner Mutter“ lautet der ungewöhnliche Titel des neuen Buchs von Erich Hackl. Dieses Buch ist durchaus gewöhnungsbedürftig, lautet der erste Befund beim Lesen. Es ist ein schmaler Band in verdichteter, reduzierter Sprache. Die kurzen Texte gleichen den Strophen eines Gedichts, eines Prosagedichts in freien Versen, mitunter sogar in gereimter Form. In Verbindung mit dem einfachen Bauernleben, von dem hier in der Ich-Form berichtet wird, ist das auch ein ganz ungewöhnlicher literarischer Versuch.

Es sind alltägliche Szenen aus dem Dorfleben, typische Stationen des Heranwachsens. Brutale und verständnisvolle Lehrer prägen einzelne Etappen dieses Lebensweges, Pfarrer, die von der Kanzel erzählen, was ihnen gebeichtet wurde, prügelnde Väter und Ehemänner und „blitzsaubere“ Töchter, denen die eigenen Väter nachsteigen.

Erich Hackl: „Dieses Buch gehört meiner Mutter“, Verlag Diogenes, 128 Seiten

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