Klien-Nachlass nun im Feldkircher Musikarchiv

Kultur / 24.10.2013 • 20:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kompositionen des Vorarlbergers Gilbert Klien stehen Interessenten zur Verfügung.

feldkirch. Kürzlich wurde der künstlerische Nachlass des im Vorjahr im 83. Lebensjahr verstorbenen Hohen­emser Komponisten Gilbert Klien an das Feldkircher Musikarchiv übergeben.

Bei der kleinen Feier betonte der Feldkircher Historiker Manfred A. Getzner, der zusammen mit dem früheren Kulturstadtrat Karlheinz Albrecht das Musikarchiv gegründet und aufgebaut hat, wie sehr der Verstorbene zeit seines Lebens mit Feldkirch verbunden war. Als Vertreter des ORF wirkte er viele Jahre im Programmausschuss des „Forum Feldkirch“.

Leben und Wirken

Gilbert Klien (1929–2012) stellt in seiner Kompositionsweise innerhalb der Szene des Landes eine Art Bindeglied dar zwischen dem Traditionsbewusstsein eines Ferdinand Andergassen und den oft revolutionär wirkenden Ideen eines Gerold Amann, der später in Herbert Willi, Richard Dünser oder Michael Floredo seine Nachfolger gefunden hat. Klien war im engeren Sinne kein Neutöner. Er fühlte sich stets Johann Sebastian Bach und damit dem strengen Kontrapunkt verpflichtet, den man auch in seinen Werken wie der „Passacaglia“ oder einer „Fantasia e doppia fuga“ findet, wagte sich aber in seiner Tonsprache oft weit über spätromantische Bereiche hinaus.

Der Nachlass Gilbert Kliens umfasst Partituren und Einzelstimmen seiner Orchesterwerke, Kammermusik, Lieder, auch Werke für Blasmusik und Chöre. Besonders populär geworden sind der Marsch „Unter der Burg“ und das Lied „Abschied von Ems“ („Als im Garten Rosen blühten“). Im Feldkircher Musikarchiv sind damit die Nachlässe fast aller wichtigen Vorarlberger Komponisten dieser Generation wie Ferdinand Andergassen, Georg Schneider, Wilhelm Stärk, Oswald Lutz, Hans Moltkau oder Ernst Pichler aufbewahrt. Sie werden dort katalogisiert und aufgearbeitet und stehen damit für Aufführungen zur Verfügung.

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