Weil Träumen so gut tut

Kultur / 24.10.2013 • 22:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Erwin Schuler zählt zum Urgestein der Vorarlberger Amateurtheaterszene.

Bregenz. Seit seinem 13. Lebensjahr steht der heute 83-jährige Bregenzer auf der Bühne. Vor 35 Jahren gründete Erwin Schuler die The­atergruppe Bregenz. Seit zwei Jahren tritt er nun auch mit dem Seniorentheater „Vorarlberger Spätlese“ auf. Beim Seniorentheaterfestival im Vorarlberg Museum zeigt die Gruppe das Stück „Seifenblasen“ – ein clowneskes Erinnerungstheater.

Warum spielen Sie Theater?

Schuler: Ich tu es einfach gerne, es ist wie eine Berufung. Auch in Zeiten, als ich beruflich sehr eingespannt war, war mir das Theaterspielen immer wichtig, es war ein Ausgleich und Entspannung für mich.

Was ist das Besondere am Seniorentheater?

Schuler: Es ist einfach schön, dass die älteren Menschen zusammenkommen und miteinander spielen. In der Theaterliteratur gibt es eher wenig Rollen für ältere Menschen, die meisten Stücke werden für junge Schauspieler oder solche mittleren Alters geschrieben.

Worin unterscheidet sich das Seniorentheater vom Amateurtheater?

Schuler: Im Senioren­theater werden kaum Texte von Autorinnen und Autoren gespielt, sondern selbst erarbeitete Szenen und Stücke, meist in Form von Erinnerungstheater, bei dem die eigene Geschichte aufgearbeitet wird.

Wie ist das mit dem Aufarbeiten der eigenen Geschichte?

Schuler: Für mich war das eine ganz neue Erfahrung. Ich musste wirklich über meinen eigenen Schatten springen. Man muss bei dieser Theaterarbeit doch einen Teil von sich preisgeben, über den man bisher vielleicht noch mit niemanden gesprochen hat.

Worum geht es in eurem Stück?

Schuler: Es geht um Träume, die man als junger Mensch hatte, um Träume, die sich erfüllt haben und solche die sich eben nicht erfüllt haben.

Wie hat die Gruppe das Stück erarbeitet?

Schuler: Zuerst haben wir ein Konzept gemacht und uns dann gegenseitig die eigenen Geschichten erzählt. Jeder hat selber noch an seiner Geschichte gearbeitet und im gemeinsamen Probieren unter der Leitung der Regisseurin Anita Ohneberg hat sich das Stück dann immer mehr herauskristallisiert

Was erwarten Sie sich vom Festival?

Schuler: Ich erwarte mir, dass ich viel Neues sehe, um für unser nächstes Projekt daraus zu lernen.

Ich musste über meinen eigenen Schatten springen.

ERwin Schuler

Festival

Freitag, 25. Oktober

» 10.30 Bartholomei’s – Südtirol

» 13.30 Seniorentheater Feldkirch

» 15.15 Die Nofler Suser – Feldkirch

» 16.30 Gebardo und Fiorina

» 17.00 Barbara Heinzle

» 17.30 „Vorarlberger Spätlese“

Ort: Vorarlberg Museum, Bregenz

Karten und Informationen unter: 0660 6566836

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