Landesübliche Schönheiten der besonderen Art

Kultur / 29.10.2013 • 21:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeit von Nino Malfatti. Foto: AG
Arbeit von Nino Malfatti. Foto: AG

Im Arthouse sind Gebirgswelten des Österreichers Nino Malfatti zu sehen.

Bregenz. (VN-ag) „Die weiteren Aussichten“ titelt listig die Ausstellung von Nino Malfatti in der Galerie Arthouse in Bregenz. Mit schneebedeckten Gebirgspanoramen unter tiefblauem Himmel und Felsformationen mit kristallinen Strukturen zeigt der Künstler Landschaftsmalerei, die nur ein Thema kennt – die Berge.

1940 in Innsbruck geboren, in Berlin lebend und in seiner Tiroler Heimat als Hochgebirgskletterer unterwegs, kennt Nino Malfatti die Berge nicht nur vom Hörensagen. Dass Berge, in ihrer Plastizität bühnenartig in Szene gesetzt, sein Motiv sind, hat indes nur bedingt mit dem Faible Malfattis für Gipfelstürme zu tun. Vielmehr geht es dem Künstler, der 1977 Teilnehmer der documenta 6 war und sich in seinem früheren Schaffen an den zu architektonischen Gebilden zusammengefügten Bestandteilen der technischen Umwelt und seriell gereihten Alltagsgegenständen abgearbeitet hat, um die Reflexion des eigenen malerischen Tuns.

Dennoch nimmt man Malfatti, der in Wien und Karlsruhe studiert hat, sein Statement, der malerische Prozess sei ihm wichtiger als das letztlich austauschbare Thema oder Motiv, nicht ganz ab. Immerhin malt er seit den 1980er-Jahren Berge, und zwar ausschließlich.

Sich des Klischeeverdachts, unter dem seine Motive ständig stehen, aber durchaus bewusst, rückt das Erfassen von Eigengesetzlichkeiten ins Zentrum der künstlerischen Untersuchungen zu Raum und Farbe.

Einer aus Vorarlberg

Nicht auf Wiedererkennbarkeit angelegt, erscheinen die gemalten Berge, die nach fotografischen Vorlagen entstehen, trotz ihrer Gegenständlichkeit vollkommen abstrakt. Linien und Strukturen, Brüche, Wölbungen, Licht und Schatten werden im Bild modelliert. So schweift der Blick über menschenleere Panoramen und Gipfel, deren Namen der Künstler nicht explizit im Titel verrät. Ungleich poetischer, vielleicht auch ein wenig ironischer, dem Pathos gegensteuernd, heißt es da „Einer aus Vorarlberg“, „Splitterglück“ oder „Landesübliche Schönheit“ – also wahrlich beste „weitere Aussichten“.

Geöffnet in der Galerie Arthouse in Bregenz (Römerstraße 7) bis 31. Oktober, Mi bis Fr, 14 bis 18 Uhr

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