Starke Rückkehr einer Siegerin

Kultur / 19.11.2013 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Durchbruch gelang Jennifer Lawrence in die „Tribute von Panem“ als Katniss Everdeen. Foto: Constantin Film
Der Durchbruch gelang Jennifer Lawrence in die „Tribute von Panem“ als Katniss Everdeen. Foto: Constantin Film

Im zweiten Teil der „Tribute von Panem“ gibt Jennifer Lawrence erneut die toughe Kämpferin.

Abenteuer. Eine dekadente Elite und eine in Armut darbende Masse kurz vor dem Aufstand: Der zweite Teil der Jugendbuchreihe „Die Tribute von Panem“ zeichnet das düstere Bild einer gespaltenen Gesellschaft, die einzig über die gladiatorengleichen Hungerspiele noch verbunden ist. In der Verfilmung von „Catching Fire“ wird sichtbar, dass nur ein Funke fehlt, damit der Widerstand Feuer fängt. Zu diesem Funken, zu einem Symbol für die Hoffnung der Unterdrückten in den Distrikten, ist die junge Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) geworden. Sie hat im überaus erfolgreichen ersten Teil die Regeln der „Hunger Games“ auf den Kopf gestellt, indem sie sich weigerte, ihren letzten Kontrahenten in der tödlichen Arena – ihren engen Freund Peeta, clever gespielt von Josh Hutcherson – zu töten.

Der Regelbruch wird fortan instrumentalisiert. Die gnadenlos manipulative Medienmaschinerie von Präsident Snow (Donald Sutherland) inszeniert die zwei jungen Kämpfer als Traumpaar, um die Bevölkerung stillzuhalten. Doch Katniss lässt sich nur schwer in das Korsett des Überflusses zwängen, befindet sich ihre Familie doch im hungernden Distrikt 12, wo auch ihr Jugendfreund Gale (Liam Hemsworth) sich als Minenarbeiter verdingt. Um der Symbolkraft von Katniss Herr zu werden, entwickeln Snow und der neue Spielleiter Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) eine perfide Strategie: Für die 75. Gladiatorenkämpfe werden die Teilnehmer nicht aus den Jugendlichen der Distrikte gelost, sondern aus dem kleinen Kreis der bisherigen Überlebenden. Katniss muss zurück in die Arena – und Peeta folgt ihr loyal und ergeben. Die zweite Hälfte des 146-minütigen Films – nunmehr unter der Regie von Francis Lawrence – spielt sich wieder im dichten Wald ab, in dem neue und noch bösere Gefahren lauern. Der Actionpart mag den Zuschauern aus dem ersten Teil der Trilogie zwar bekannt vorkommen, doch die Fortsetzung der „Tribute von Panem“ entwickelt dennoch eine hohe Intensität, die nicht zuletzt auf die politische Sprengkraft zurückzuführen ist.

Keine Zeit für die Liebe

Nur ein Tropfen könnte das Fass zum Überlaufen und die Revolution in Gang bringen. Katniss ist sich der Dimension möglicherweise nicht bewusst, doch für die Liebe und somit eine Entscheidung zwischen den emotionalen Peeta und Gale hat die starke, junge Frau keine Zeit. Sie wird stattdessen von ihrem Designer Cinna (Lenny Kravitz) vor den Spielen als Vogel inszeniert – aber nicht als Friedenstaube, sondern als Spotttölpel. Dieser wird in Teil drei seine Flügel ausbreiten.

Die Tribute von Panem

» Regie: Francis Lawrence

» Land: USA

» Hauptdarsteller: Jennifer Law- rence, Josh Hutcherson, Liam Hems- worth, Sam Claflin, Woody Harrelson

» ab heute im Kino