Munro sieht sich als Feministin

Kultur / 08.12.2013 • 21:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Stockholm. Vor der Verleihung hat Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro in einem aufgezeichneten Gespräch über ihr Werk gesprochen. „Ich möchte, dass meine Geschichten Menschen bewegen“, sagte sie in dem Video, das als Ersatz für die Nobelvorlesung bei der Schwedischen Akademie gezeigt wurde. Sie selbst reist nicht nach Stockholm. „Ich möchte etwas über das Leben erzählen.“

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der Auftritt des Chinesen Mo Yan Empörung ausgelöst hatte, erregte das Interview mit Munro kaum mediale Aufmerksamkeit. Sie schätze, sie sei kein politischer Mensch, sagte sie. Mo Yan hatte 2012 die Zensur in seiner Heimat indirekt verteidigt und sich geweigert, sich einer Initiative von 134 Nobelpreisträgern zur Freilassung des inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo anzuschließen. Die Kritik an ihm nannte er „Dreckwasser“.

Der Nobelpreis für Alice Munro fand international breite Zustimmung. Auch wenn sie sich nicht direkt so bezeichnet hätte, sei sie eine frühe Feministin gewesen, sagte sie.