Vom Auenland zum Welterfolg

Kultur / 10.12.2013 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch Gandalf (Ian McKellen) blickt dem Bösen ins Auge.
Auch Gandalf (Ian McKellen) blickt dem Bösen ins Auge.

In „Der Hobbit 2“ muss sich Bilbo Beutlin mit dem Drachen Smaug auf dem Berg Erebor auseinandersetzen.

Abenteuer. Das Abenteuer geht weiter: War vor einem Jahr der epische Auftakt zur „unerwarteten Reise“ von Bilbo Beutlin in die Kinos gekommen, folgt nun die Fortsetzung der auf drei Teile angelegten Fantasyverfilmung von J.R.R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“. Regisseur Peter Jackson nimmt sich in „Smaugs Einöde“ zwar wenig Zeit für Details, dafür umso mehr für Action mit dem Riesendrachen.

Die Wände wackeln

Die Gefährten treffen auf dem Weg zum einsamen Berg auf den Hautwechsler (halb Bär, halb Mann), müssen sich im Düsterwald gegen riesige Spinnen behaupten, werden von den nicht ganz so edlen Waldelben gefangen genommen und flüchten schließlich spektakulär aus deren Reich. Und wenn es dann über die Seestadt in die Minen von Erebor geht, wo der Drache Smaug sich ungern stören lässt, dann wackeln im Kinosaal richtig die Wände.

Martin Freeman als Bilbo gerät im Film ein bisschen in den Hintergrund, verschwimmt die Zweckgemeinschaft mit dem Zwergenchef Thorin Eichenschild (Richard Armitage) und seinem Gefolge doch zu einem von mehreren Erzählsträngen. Parallel blickt der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) dem Bösen ins Auge, und die neu eingeführten Elben Legolas (Orlando Bloom) und Tauriel (Evangeline Lilly) wollen ebenso mitmischen wie der Bogenschütze Bard (Luke Evans).

Schlichtweg beeindruckend

Das Ende des 160-minütigen Films gehört dann aber zur Gänze dem Kampf von Bilbo und den Zwergen mit dem riesigen Drachen, dem Benedict Cumberbatch seine bedrohliche Stimme leiht. Was hier an effekt- und tricktechnischer Brillanz auf den Zuseher einprasselt, ist schlichtweg beeindruckend. Und dass der Film wieder in 3D und mit 48 Bildern pro Sekunde daherkommt, lässt das Ergebnis noch unmittelbarer wirken.

Nichtsdestotrotz ist „Smaugs Einöde“ insgesamt doch um einiges weniger charmant geraten als der erste Teil des „Hobbits“. Von den typischen Eigenheiten und dem eigenwilligen Humor der Figuren ist nicht viel zu sehen – weder von den sturen Zwergen noch den in sich ruhenden Elben oder der liebenswerten Titelfigur, die schon ein wenig von ihrem Ring gezeichnet ist.

Kritik und Lob

J.R.R. Tolkien schrieb das Buch „Der kleine Hobbit“ 1937, schon 20 Jahre vor „Herr der Ringe“. Den Roman verfilmte Peter Jackson bereits zu einer der erfolgreichsten Trilogien aller Zeiten. Dass der „Hobbit“ – der von der Handlung her 60 Jahre vor „Herr der Ringe“ angesiedelt ist – ebenfalls in drei Teilen kommt, hat Jackson im Vorfeld einiges an Kritik eingebracht. Er ziehe den Stoff unnötig in die Länge, kritisierten manche. Andere lobten dagegen die Hingabe und die Detailliebe des Regisseurs. Das Finale der Hobbit-Trilogie ist für Ende 2014 geplant.

Der Hobbit 2

» Regie: Peter Jackson

» Land: Neuseeland

» Hauptdarsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Cate Blanchett, Andy Serkis, Richard Armitage

» ab morgen im Kino