Oper als sexuelles Erwachen einer Frau

Kultur / 27.01.2014 • 20:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Stoyanova als Rusalka und Groissböck als Wassermann.  Foto: APA
Stoyanova als Rusalka und Groissböck als Wassermann. Foto: APA

Wien. Unglücklich ist die Geschichte der Nixe Rusalka im Libretto – und in der Wiener Aufführungshistorie. 86 Jahre dauerte es nach der Uraufführung von Antonin Dvoraks Oper 1901 bis zur ersten Premiere an der Staatsoper. Sonntagabend war das metaphorische Spiel nun in ungekürzter Fassung zu sehen – und wurde zur umjubelten Rehabilitation. Die Erzählung der Nixe, die sich in einen Prinzen verliebt und Menschengestalt annimmt, wird in der Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf als sexuelles Erwachen einer jungen Frau gedeutet.

Bechtolf und sein Team Rolf und Marianne Glittenberg halten sich dabei mit der Traumdeutungshoheit angenehm zurück. Die Regie setzt auf freudsche Symbolik und belässt das Geschehen im Ambivalenten, was nicht durchwegs goutiert wurde – im Gegensatz zum Auftritt von Krassimira Stoyanova.

Stimmlich ist Stoyanova eine idealtypische Rusalka mit dunklem und doch silbrigem Timbre. Zum Triumph wurde die Rolle des Wassermanns für Günther Groissböck, der mit edlen Phrasierungen für sich einnahm. Michael Schades schlanker Mozarttenor passt zur Verliererrolle des Prinzen. Zum musikalischen Erfolg trug schließlich das Staatsopernorchester unter Jiri Belohlavek bei, der die Musiker herzhaft zupackend durch die Partitur führte.

Weitere Aufführungen der Oper in dieser Spielzeit am 30. Jänner sowie am 3., 6. und 9. Februar:
www.staatsoper.at