Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Sehen und begreifen

Kultur / 27.01.2014 • 20:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Besucherzahlen sind nicht alles, aber Rekorde sind immer gut. Weit über vier Millionen Besucher zählen die österreichischen Bundesmuseen pro Jahr. Damit nähert man sich der Marke, die für das Metropolitan Museum of Art in New York oder für die Tate Modern in London gilt. Natürlich, die 4,6 Millionen Eintritte, die gestern bekannt wurden, beziehen sich auf alle Bundesmuseen zusammen. Aber auch so steht fest, dass Museen an Attraktivität gewinnen. Besonders jene, in denen man ganz konservativ – wie etwa im Kunsthistorischen Museum in Wien – Bilder und Skulpturen abschreitet.

Die Schule des Sehens habe ausgedient, dieses jüngst getätigte Statement von Andreas Rudigier, Direktor des neu eröffneten Vorarlberg Museum, hat man noch im Ohr. Jüngste Statistiken belegen es allerdings nicht. Rudigier will bekanntermaßen weniger bildende Kunst in den Ausstellungsräumen haben. Der Besucher wolle begreifen, nicht nur im wörtlichen (was er zumeist ohnehin nicht darf), sondern im übertragenen Sinn. Dass das Begreifen aber nach wie vor auch über das Sehen bzw. das Betrachten von Kunst funktioniert, wird in Vorarlberg mit seinem architektonisch schöner gewordenen Museum sicher noch diskutiert werden.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225