Mandela: Vom Häuptlingssohn zum Staatspräsidenten

Kultur / 28.01.2014 • 22:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Idris Elba überzeugt als Nelson Mandela. Foto: Constantin
Idris Elba überzeugt als Nelson Mandela. Foto: Constantin

Zwei Monate nach dem Tod des Freiheitskämpfers kommt „Mandela. Der lange Weg zur Freiheit“ ins Kino.

Biografie. Es war nicht nur ein langer Weg in die Freiheit für Nelson Mandela, sondern auch bis zur Veröffentlichung seiner gleichnamigen Filmbiografie: 16 Jahre und 34 Drehbuchfassungen bedurfte es, bis die Produktion abgeschlossen war. Kurz nach dem Tod von Südafrikas Anti-Apartheid-Helden kommt das Mammutwerk nun in die Kinos. Die Adaption der Autobiografie seines Helden war ein Herzensprojekt für Produzent Anant Singh, der als Enkel indischer Einwanderer in Südafrika selbst Opfer der Apartheid war. Der britische Filmemacher Chadwick wurde schließlich als Regisseur verpflichtet und dampfte das Leben des Freiheitskämpfers auf zweieinhalb Stunden ein.

27 Jahre Einsamkeit

Chronologisch brav zeichnet „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ die Genese vom Häuptlingssohn über den Anwalt zum Freiheitskämpfer und schließlich zum Staatspräsidenten nach. Es beginnt bei den kleinen und großen Diskriminierungen des Alltags, die im aktiven Widerstand des Menschenrechtsanwalts münden und letztlich zu 27 Jahren Einsamkeit und Schwerstarbeit im Steinbruch auf der Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt führen. Hiervon wird der einstige Kämpfer als weiser Führer seines Volkes zurückkehren.

Wird der Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in der ersten Hälfte des Films noch als Schwarz-Weiß-Zeichnung geschildert, differenziert Chadwick zunehmend und offenbart im Verlauf die Ängste der weißen Minderheit vor den jahrelang unterdrückten Massen – Ängste, die ihnen Mandela nimmt. Und so bilden prägnante Reden und Gedanken des Titelhelden einen zentralen Fokus im Film. Das große Pfund, mit dem der Film wuchern kann, ist Hauptdarsteller Idris Elba, der für seine Rolle in der TV-Serie „Luther“ einen Golden Globe gewann. Er spielt Mandela als Womanizer – cool, mächtig, überzeugt und doch mit Gefühlen. Seinem Spiel, das ohne den Eindruck der Imitation auskommt, ist es zu verdanken, dass der Pro­tagonist das nötige Charisma besitzt, den auf ihn zugeschnittenen Film zu tragen. Formal ist „Der lange Weg zur Freiheit“ nämlich ein konventioneller Film geworden, der sich am Bestreben ab­arbeitet, möglichst viele Stationen eines Lebens zu zeigen. Poetische Bildallegorien wie die Parallelmontage vom jungen Mandela, der sich als Initiant die Schminke seines Stammes im Fluss abwäscht und dem Gefangenen Mandela, der den Duschschaum im Gefängnis von seinem Antlitz spült, bleiben selten. Dennoch ist die Lebensgeschichte des am 5. Dezember 2013 verstorbenen Freiheitskämpfers letztlich beeindruckend genug, um über derlei Unzulänglichkeiten hinwegzuhelfen.

„Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ läuft ab 31. Jänner im Kino.