Schlau und richtig ausgefuchst

Kultur / 29.01.2014 • 21:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Oper „Das schlaue Füchslein“ wird in St. Gallen mit dem Orchester des Vorarlberger Landeskonservatoriums realisiert.  Foto: VLK
Die Oper „Das schlaue Füchslein“ wird in St. Gallen mit dem Orchester des Vorarlberger Landeskonservatoriums realisiert. Foto: VLK

„Konse“ kooperiert nicht nur mit dem Landestheater, sondern auch mit St. Gallen und dem Bodenseefestival.

Feldkirch. (VN-cd) „Das schlaue Füchslein“ von Leos Janacek ist wohl eine der reizvollsten Opern des frühen 20. Jahrhunderts. Das Vorarlberger Publikum dürfte jene Produktion dieses Werks noch gut in Erinnerung haben, mit der sich Alfred Wopmann vor rund zehn Jahren als Intendant der Bregenzer Festspiele verabschiedete. Thematisiert wird in diesem 1924 uraufgeführten Stück nichts weniger als der Lauf des Lebens, und das in einem psychologisch überlegten, spannenden Zusammenspiel von Tieren und Menschen und in einer originellen Tonsprache.

Mit dieser werden sich junge Musiker der Region in den nächsten Wochen intensiv auseinandersetzen. Das Orchester des  Landeskonservatoriums in Feldkirch kooperiert nämlich nicht nur mit dem Vorarlberger Landestheater, sondern neuerdings auch mit dem Theater St. Gallen. „Man ist auf uns zugekommen“, erklärt Direktor Jörg Maria Ortwein die Ausgangslage. Grundsätzlich stellt diese, vom St. Galler Konzertdirektor Florian Scheiber angezettelte Kooperation für ihn eine gute Möglichkeit dar, die Studierenden mit den Profis in Kontakt zu bringen.

Nicola Raab inszeniert

Die Proben haben in dieser Woche begonnen, Attilio Tomasello ist der musikalische Leiter der Produktion, deren Premiere am 19. Februar stattfindet. Die Inszenierung übernimmt mit Nicola Raab eine Künstlerin, die auch dem Bregenzer Publikum bestens bekannt ist. Die gebürtige Regensburgerin hatte vor einigen Jahren auf der Werkstattbühne die Uraufführung der Oper „Marathon Family“ von Isidora Žebeljan szenisch verantwortet und war in St. Gallen bereits für „Der Tod und das Mädchen“ von Alfons Karl Zwicker engagiert. Zwischenzeitlich hat sie unter anderem an Musiktheaterhäusern in Spanien, Estland, Schweden oder an der Wiener Kammeroper gearbeitet.

Im kommenden Sommer inszeniert Nicola Raab die Uraufführung der sogenannten Sitcom-Oper „Das Leben am Rande der Milchstraße“ von Bernhard Cander im Rahmen der Bregenzer Festspiele. Diese Produktion, in der die moderne Arbeitswelt thematisiert wird, ist ein Auftragswerk mehrerer Veranstalter und kommt anschließend nach Wien. Nicht unerwähnt bleiben soll das, was die Vorarlberger Musik- und Theaterfreunde ohnehin wissen: Nicola Raab ist die Frau des Festspielintendanten David Pountney und somit hierzulande immer gern gesehener Gast bei Eröffnungen und Premieren.

Daniel Slater hatte in Bregenz einst „Das schlaue Füchslein“ in der großartigen Ausstattung von Robert Innes Hopkins inszeniert. Einen Vergleich braucht die versierte Regisseurin nicht zu fürchten. Sie nimmt in St. Gallen zudem die Herausforderung an, das Werk nicht in einem konservativen Guckkasten-Rahmen, sondern im offenen Raum der Lokremise umzusetzen.

Alcina, Rock und Pop

Die weit größere Herausforderung kommt auf die Instrumentalisten bzw. Orchestermitglieder am Feldkircher Landeskonservatorium zu, die bekommen nämlich richtig viel zu tun. Vor einiger Zeit wurde bekanntermaßen auch ein Kooperationsvertrag mit dem Vorarlberger Landestheater abgeschlossen, der über mehrere Jahre läuft. Die nächste Produktion, in der die Musiker in Bregenz zum Einsatz kommen, ist „Alcina“, wobei der musikalische Part der Geschichte von der Zauberin mit großem Männerverschleiß nicht nur vom eigentlichen Urheber, nämlich von Georg Friedrich Händel stammt, sondern auch von der Band Naked Lunch. Jörg Maria Ortwein: „Wie groß der Händel-Part überhaupt ist, wissen wir selbst noch nicht, aber wir sind sehr gespannt.“ Die Uraufführung des Barock-Pop-Rock-Spektakels findet am 28. März statt, inszenieren wird Bernd Liepold-Mosser, die Proben beginnen demnächst. Versprochen wird ein rasantes Vergnügen über Lust, Leidenschaft und – ganz moderne virtuelle Fallen.

Arbeit mit Fazil Say

Der türkische Musiker Fazil Say zählt zu den gefragtesten Pianisten seiner Generation. Er wird, und das ist die dritte Kooperation, die das Landeskonservatorium abgeschlossen hat, in diesem Jahr nicht nur im Rahmen des Bodenseefestivals auftreten, sondern auch mit den Vorarlberger Musikstudenten arbeiten. Die Konzerte finden Anfang Mai statt.

Die Studierenden auf diese Art mit den Profis in Kontakt zu bringen, sehe ich als großen Vorteil.

Direktor Ortwein

Die Premiere von „Das schlaue Füchslein“ findet am 19. Februar in der Lokremise St. Gallen statt, die Produktion läuft bis 16. März