Anwälte fordern Gurlitt-Bilder zurück

Kultur / 17.02.2014 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Anwälte von Gurlitt gehen im Streit um mögliche Nazi-Raubkunst in die Offensive.

München. Er soll keinen Fernseher gehabt und seine Korrespondenz lieber über Briefe als übers Telefon geführt haben. Doch jetzt hat Cornelius Gurlitt eine eigene Homepage. Die Anwälte des Kunstsammlers richteten die Internetseite ww.gurlitt.info ein, um ihre Sicht der Dinge darzustellen. Die zentrale Forderung ist klar: Gurlitt will seine komplette Sammlung zurück. Er sei bereit, „nach rechtmäßiger Rückgabe der gesamten Sammlung durch die Behörden“ mögliche Verdachtsmomente zu prüfen.

Denn für Gurlitt und seine Anwälte ist die Sache eindeutig: Fast alle Bilder gehörten dem 81-Jährigen zweifelsfrei. Zweifel gebe es nur bei einem Bruchteil der 1280 in der Schwabinger Wohnung gefundenen Werke, den die Anwälte auf drei Prozent beziffern. Die Zahl, die die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ nannte, sei mit rund 600 viel zu hoch. Und bei dem Salzburger Fund gebe es überhaupt keinen Verdacht, sagen die Anwälte. Auf die Frage, ob die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ auch die Bilder aus Gurlitts Salzburger Haus, bei denen es sich unter anderem um wertvolle Ölgemälde von Monet, Manet und Renoir sowie eine Picasso-Sammlung handeln soll, zu sehen bekommt, heißt es kurz und bündig: „Nein“. Selbst wenn sich der Verdacht in den wenigen Verdachtsfällen bestätigen sollte: Die Sache sei längst verjährt, sagen Gurlitts Anwälte.

„Wollte Ruhe und Frieden“

Auf der Hompage heißt es weiter: „Cornelius Gurlitt war nicht bekannt, dass sich in seiner Sammlung auch vereinzelt Gegenstände befinden, welche heute als Raubkunst qualifiziert werden könnten.“ Gurlitt selbst meldet sich in dem Statement zu Wort: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstinteressierte. So viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten passiert und passiert noch immer. Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe.“