Jubelnde Filmemacher und feministischer Dank

Kultur / 03.03.2014 • 19:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Überwältigt: Steve McQueen hat den Oscar in der Königsdisziplin erhalten, Lupita Nyong‘o ist beste Nebendarstellerin. FOTOS: REUTERS, AP, EPA
Überwältigt: Steve McQueen hat den Oscar in der Königsdisziplin erhalten, Lupita Nyong‘o ist beste Nebendarstellerin. FOTOS: REUTERS, AP, EPA

„12 Years a Slave“ und „Gravity“ triumphieren bei Oscar-Gala. Italiens Filmfans haben Grund, schön zu feiern.

Los Angeles. Das Sklavendrama des Briten Steve McQueen wurde erwartungsgemäß zum besten Film gekürt. Damit gewann in der Hauptkategorie erstmals ein schwarzer Filmemacher, der Glückwünsche von Premier­eminister David Cameron entgegennehmen konnte. Das im Weltall spielende 3D-Abenteuer „Gravity“ des Mexikaners Alfonso Cuarón holte sieben Trophäen, darunter für die beste Regie. Beste Schauspielerin wurde Cate Blanchett für ihre Rolle in „Blue Jasmine“ von Woody Allen, bester Hauptdarsteller Matthew McConaughey als Aidskranker in „Dallas Buyers Club“ des Kanadiers Jean-Marc Vallée. Großer Verlierer war die Gaunerkomödie „American Hustle“ von David O. Russell, die trotz zehn Nominierungen leer ausging.

Den Opfern gewidmet

Der Regisseur und Mitproduzent von „12 Years a Slave“, McQueen, sagte, er widme den Hauptpreis allen Opfern der Sklaverei. Für den Film, der auf wahren Begebenheiten basiert, gab es zwei weitere Oscars. Die Kenianerin Lupita Nyong‘o wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, John Ridley für das beste adaptierte Drehbuch.

Die Australierin Blanchett appellierte in ihrer Dankesrede an Hollywood, Filme mit Frauen ernster zu nehmen. In „Blue Jasmine“ spielt sie eine Frau, deren Leben nach

Betrügereien ihres Mannes in Trümmern liegt.

Als Gala-

Gastgeberin

glänzte Ellen

DeGeneres. Routiniert moderierte sie den wohl wichtigsten Filmpreis der Welt. Zwei ihrer Aktionen hinterließen besonders viel Eindruck. Millionenfach wurde ein Gruppen-Selfie im Internet geteilt und weitergeleitet, das DeGeneres den Filmstar Bradley Cooper machen ließ. Außerdem ließ sie Pizza ins Dolby Theatre liefern.

Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen

Film ging an das mondäne Rom-Drama „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ von Paolo Sorrentino. Die deutschen Regisseure Max Lang und Jan Lachauer hatten sich mit ihrem „Room on the Broom“ Hoffnungen in der Sparte bester animierter Kurzfilm machen können, unterlagen jedoch „Mr. Hublot“ von Laurent Witz und Alexandre Espigares. Ebenso erging es der unter anderem in Frankfurt am Main ansässigen Firma Pixomondo für ihre Arbeit am Science-Fiction-Epos „Star Trek: Into Darkness“. Die Spezialeffekte-Trophäe ging an „Gravity“.

Beste Schauspielerin ist Cate Blanchett.
Beste Schauspielerin ist Cate Blanchett.
Millionenfach wurde ein Gruppen-Selfie mit Bradley Cooper, Julia Roberts, Meryl Streep, Jennifer Lawrence, Brad Pitt etc. im Internet geteilt.
Millionenfach wurde ein Gruppen-Selfie mit Bradley Cooper, Julia Roberts, Meryl Streep, Jennifer Lawrence, Brad Pitt etc. im Internet geteilt.
Paolo Sorrentino mit dem Auslands-Oscar für
Paolo Sorrentino mit dem Auslands-Oscar für „La Grande Bellezza“.