Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Neuer Landesrat für die Kultur?

Kultur / 07.03.2014 • 21:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In die Vorarlberger Landesregierung wird nach der Landtagswahl im September Bewegung kommen. Mit dem angekündigten Abgang von Greti Schmid durfte man rechnen. Weitere Sicherheiten aber gibt es nicht. Man darf annehmen, dass es für die Volkspartei und Markus Wallner schwer werden wird, die absolute Mehrheit zu verteidigen. Vor allem dann, wenn auch die NEOS antreten werden. Dann dürfte die Mehrheit dahin sein und die Volkspartei wird einen Koalitionspartner benötigen. Der wird wohl Anspruch auf (mindestens) einen Regierungssitz anmelden. Da ist es dann günstig, dass ohnehin ein Regierungsstuhl frei wird.

In jedem Fall aber wird es zu einer Neuverteilung der Aufgaben kommen. Greti Schmid war für die Bereiche Soziales und Familie zuständig. Nach derzeitigem Stand der Einflüsterer im Landhaus gibt es in der Regierung einen, für den diese Funktion geradezu zugeschnitten wäre: Landesrat Harald Sonderegger. Er musste sich als Bürgermeister, Regionalplanungsobmann und Präsident des Gemeindeverbandes um solche Fragen kümmern, für ihn wäre das kein Neuland. Derzeit ist Sonder­egger zuständig für Kultur, Wissenschaft, Weiterbildung und Musikschulen, auch noch für den Hochbau und das Seilbahnwesen. Dazu noch das Sozialreferat – das wäre wohl zu viel. Also müsste er etwas von seinen bisherigen Aufgaben abgeben, und das könnte die Kultur sein. Obwohl er vor wenigen Tagen selbst gesagt hat, dass er gerne bei der Kultur bleiben würde.

Es könnte also sein, dass die Kultur ihren vierten Referenten innerhalb von sieben Jahren verliert. Im Jahr 2006 legte Hans-Peter Bischof sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder, auf ihn folgte Markus Wallner, der 2009 die Agenden an die neue Landesrätin Andrea Kaufmann abgab, die schließlich am 29. Mai 2013 zur Dornbirner Bürgermeisterin gewählt wurde. Seit damals ist Harald Sonderegger in der Vorarlberger Landesregierung für die Kultur zuständig. Inzwischen hat er sich einigermaßen eingearbeitet, er hat sich an die Künstler, sie haben sich an ihn gewöhnt. Das könnte nach gut einem Jahr alles schon wieder vorbei sein. Und dann stünde der nächste Wechsel für die Kultur an. Wer dann käme? Die bekannten Einflüsterer meinen: Wahrscheinlich Schullandesrätin Bernadette Mennel. Das wäre dann die Nummer fünf in sieben Jahren.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
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