„Wir sind selbst sehr überrascht“

Kultur / 07.03.2014 • 22:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hannah Nesensohn bei ihrem Vortrag gestern Nachmittag.  Foto: VN/HB
Hannah Nesensohn bei ihrem Vortrag gestern Nachmittag. Foto: VN/HB

Der Landeswettbewerb „Prima la Musica“ ist gestern Abend mit ­einem Preisregen zu Ende gegangen.

Feldkirch. (VN-cd) Angesichts mancher Ergebnisse sind selbst erfahrene Pädagogen kurzzeitig sprachlos. Für das fantastische Abschneiden der jungen Musiker beim Landeswettbewerb „Prima la Musica“ fand Peter Heiler, Geschäftsführer des Musikschulwerks und Mitverantwortlicher für die Durchführung der Leistungsbeurteilung, gestern Abend jedenfalls selbst keine gültige Erklärung. Den Teilnehmerrekord führte er im Gespräch mit den VN auf eine „große Leistungsbereitschaft, aber auch auf die Freude, ein Ziel zu verfolgen“ zurück. Rund 380 Kinder und Jugendliche haben sich angemeldet, die Zahl jener, die nicht nur mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurden, sondern auch beim Bundeswettbewerb antreten werden, ist entsprechend hoch.

108 Begabungen werden jedenfalls im Juni nach Wien reisen. Dass sie im Vergleich mit Kollegen aus den anderen Bundesländern einen guten Eindruck hinterlassen werden, darüber ist sich Heiler sicher.

Motivierend

Und noch etwas kann er hervorheben. Vor zwei Jahren, als die Gitarristen zum letzten Mal angetreten sind (der Wettbewerb wird bekanntermaßen alternierend für jeweils verschiedene Instrumente und Ensembles ausgeschrieben), hatte er nach einer entsprechenden Frage der VN die Schwächen der Zupfinstrumente-Interpreten erwähnt. Das muss die Gitarristen angespornt haben, von Schwächen war nichts mehr zu spüren, man zählte zu den stärksten und besten Teilnehmern überhaupt. Wesentlich differenzierter als das in einem solchen Interview der Fall sein kann, kommentiert die Jury generell die Leistungen der Teilnehmer. Heiler: „So gut wie alle Teilnehmer kommen inzwischen nach ihrem Vortrag zum angebotenen Beratungsgespräch. Es hat sich diesbezüglich bei uns eine Kultur entwickelt, die für mich besonders beachtlich ist.“

Ausweitung des Wettbewerbs

Bezüglich der Zukunft von „Prima la Musica“ macht sich Heiler keine Sorgen. Nach der Beendigung des „Gradus ad Parnassum“-Bewerbes für höhere Leistungsgruppen aufgrund veränderter Studienbedingungen, wird man den Fortgeschrittenen spätestens in zwei Jahren wieder eine adäquate Leistungsbeurteilung anbieten können. Im internationalen Vergleich werde der Druck für die Hochbegabten in Österreich immer größer, da wolle man, so Heiler, bestmögliche Hilfestellung leisten. Eine Selbstverständlichkeit ist die Vernetzung des Bewerbes mit Förderungsprogrammen am Landeskonservatorium oder an Hochschulen geworden. „So ein Wettbewerb ist ein gutes Übungsfeld für Jugendliche, die dann einmal Aufnahmeprüfungen zu bestehen haben.“

Pop, Rock und Jazz

Übrigens, der Landeswettbewerb für Musiker aus dem Rock-, Pop- und Jazz-Bereich ist nicht in der Versenkung verschwunden. Die Austragung sei aufgrund der unterschiedlichen Strukturen an den Schulen etwas schwieriger, der nächste Auftritt vor einer Jury erfolgt jedoch im Juni.

Wir haben das Talenteförderprogramm am Konservatorium mit dem Wettbewerb verknüpft.

Peter Heiler

Preise: Prima la Musica

1. Preis mit Berechtigung zur Teilnahme am Bundeswettbewerb

» Teilnehmer 108

» Wertungen 51

1. Preis mit Auszeichnung

» Teilnehmer 35

» Wertungen 25

1. Preis

» Teilnehmer 156

» Wertungen 96

2. Preis

» Teilnehmer 49

» Wertungen 29

3. Preis

» Teilnehmer 7

» Wertungen 7

Das Preisträgerkonzert mit Preisverleihung findet am Sonntag, 10.30 Uhr auf der Kulturbühne AMBACH in Götzis statt.