Kämpfer für die Kunst und deren Bedeutung

Kultur / 09.03.2014 • 21:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Festspiele-Erneuerer und Opernintendant Gerard Mortier ist 70-jährig gestorben.

Brüssel, Salzburg. „Gerard Mortier war eine der raren Intendantenpersönlichkeiten, die unbeirrbar für die Kunst und deren gesellschaftliche Bedeutung kämpften“, reagierte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler gestern in einer persönlichen Stellungnahme auf den Tod von Gerard Mortier, der von 1991 bis 2001 die Salzburger Festspiele geleitet hat.

Der belgische Opern- und Theaterintendant starb in der Nacht zum Sonntag in Brüssel im Alter von 70 Jahren. Er hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der 1943 in Gent in einer flämischen Bäckerfamilie geborene Mortier galt als Erneuerer, aber auch als „Enfant terrible“ der Szene. Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer würdigte Mortier als „einen der bedeutendsten Opernintendanten in Europa“, der die Salzburger Festspiele modernisiert habe. Der letzte Arbeitgeber des Belgiers war das Madrider Teatro Real.

In den 1970er Jahren hatte Mortier für Christoph von Dohnányi und Rolf Liebermann in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg gearbeitet, bevor er 1981 die Leitung des Brüsseler Opernhauses La Monnaie übernahm. Dort machte er sich als „Modernisierer“ einen Namen. Mit dem Ziel, die Salzburger Festspiele auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, wurde der Belgier 1991 nach Österreich berufen. Zwischen 2004 und 2009 leitete er die Pariser Oper. In Deutschland bewies er seinen Innovationsgeist 2002 als Gründungsintendant der Ruhrtriennale. Kurz nach Bekanntgabe seiner Krebskrankheit im vergangenen Sommer wurde Mortier in Madrid nach einer großen Auseinandersetzung durch den Katalanen Joan Matabosch  abgelöst.