Ein Wagnis: NSU-Geschichte auf der Bühne

Kultur / 30.03.2014 • 20:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Karlsruhe. Es ist ein Wagnis, die Geschichte des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ auf die Bühne zu bringen. In Karlsruhe gelingt es – auch dank eines weiten Bogens.

Am Anfang sind Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt noch sehr weit weg: Das Stück „Rechtsmaterial“, das am Samstag uraufgeführt wurde, beginnt in der Weimarer Republik, mit einer Diskussion zwischen national gesinnten Studenten. Sie sind entsetzt über die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen. Am Ende werden sie zu Terroristen. Und im Hintergrund ist schon das Terror-Trio des „National­sozialistischen Untergrunds“ zu ahnen. Regisseur Jan-Christoph Gockel und der Autor Konstantin Küspert haben für ihr Stück die Geschichte der Neonazi-Terroristen mit dem Szenen aus „Schlageter“ des NS-Dichters Hanns Johst aus dem Jahr 1933 verwoben.

Zur Uraufführung kam nicht nur der türkische Botschafter in Berlin, sondern auch der ehemalige Leiter der Terrorismusabteilung der Bundesanwaltschaft, Rainer Griesbaum. Mit ihm hatten die Theatermacher bei ihren Recherchen gesprochen.