Lieber einen Pickel als überhaupt kein Theater

Kultur / 04.04.2014 • 19:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„We are so young“ wurde gestern vom Landestheater im Vorarlberg Museum uraufgeführt. Foto: LT/Anja Köhler
„We are so young“ wurde gestern vom Landestheater im Vorarlberg Museum uraufgeführt. Foto: LT/Anja Köhler

„We are so young“ lautet ein Lockspruch, dem viele folgen.

Bregenz. (VN-cd) Ja, der Jugendwahn. Irgendwie lästig, irgendwie dauernd präsent, und jetzt erweist er sich auch noch als Magnet. Das nimmt man allerdings gerne zur Kenntnis, denn bei „We are so young“ handelt es sich um eine neue Produktion des Vorarlberger Landestheaters, mit der ein bislang unbekanntes Team nach Bregenz kam und die im Nachbarhaus, nämlich im Vorarlberg Museum, präsentiert wird.

Gestern Vormittag fand vor dem eigentlichen Zielpublikum – vor Schülern ab etwa 12 Jahren – die Premiere statt. Aufgereiht auf beiden Seiten eines Laufstegs verfolgt man also unter Einspielung von Wagners Walkürenritt die Präsentation einer Schönheit der Saison, die der engagierte Coach nach einem vielversprechenden Ballabend verlobt wissen will. Abgesehen davon, dass sich die Frage stellt, wie vertraut die Jugendlichen mit den gesellschaftlichen Ritualen früherer Jahrhunderte sind, gipfelt der furiose Auftritt des Rokoko-Monsters in der Erkenntnis, dass Schönheit relativ und ein Pickel zwar verzichtbar, aber keine Tragödie ist.

In der anschließenden Diskussion mit den Schauspielern Nadja und Martin Brachvogel sowie Regisseur und Autor Simon Windisch stellte sich heraus, dass die Schüler mit den Themen wie Schönheitsoperation durchaus vertraut sind, dass sie einen operativen Eingriff immerhin nicht grundsätzlich ablehnen und dass die Medien (pfui!) wohl auch schuld an der mehr oder weniger ausgeprägten Label-Sucht der Heranwachsenden sind.

Aufführungen am 7. April, 10 und 14.30 Uhr; 8. April, 10 Uhr, 9. April, 10 und 14.30 Uhr und weitere Termine bis Ende Mai: www.landestheater.org