„Schüsse von Sarajevo“ in der Josefstadt

Kultur / 04.04.2014 • 21:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Dramatisierung von Milo Dors Roman „Der letzte Sonntag“ wurde solide inszeniert.

Wien. „Die Schüsse von Sarajevo“ fallen im Off. Was folgt, geschieht hinter verschlossenen Türen: Mit der Dramatisierung von Milo Dors Roman „Der letzte Sonntag“ durch dessen Sohn Milan und den Dramatiker Stephan Lack lieferte das Theater in der Josefstadt nun dank der unaufgeregten Inszenierung von Herbert Föttinger einen gelungenen Beitrag zum Gedenkjahr 1914/2014.

Es ist die Spiegelung der politischen Verhältnisse im Privaten, die das nun uraufgeführte Stück zu jenem eindringlichen Theatererlebnis macht. Zu verdanken ist die Wucht des intimen Blicks auf historisch verbriefte Vorgänge rund um den Untersuchungsrichter Leo Pfeffer, der 1914 in Sarajevo mit der Befragung des Attentäters Gavrilo Princip beauftragt wurde, auch den Hauptdarstellern Erwin Steinhauer und Julia Stemberger, die der Geliebten Marija Begovic die Furchtlosigkeit einer besorgten Mutter genauso wie den Kampfesgeist einer Nationalistin verleiht und so einen dramaturgisch glaubwürdigen Konterpart zum rechtschaffenen Beamten bildet.